Kalifornien veröffentlicht belastende Dokumente gegen Amazon
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat unveröffentlichte Unterlagen aus einem Kartellrechtsverfahren gegen Amazon veröffentlicht. Die Dokumente enthalten Details zu den Vorwürfen der Preisabsprache, die das US-Justizministerium bereits 2022 erhoben hatte.
Amazon soll Hersteller unter Druck gesetzt haben
Laut den Dokumenten hat Amazon Hersteller und Marken aufgefordert, die Verkaufspreise ihrer Produkte auf Plattformen von Wettbewerbern wie Walmart oder Target zu erhöhen. Andernfalls drohten den Unternehmen Konsequenzen wie der Verlust der prominenten Platzierung oder des „Kauf-Buttons“ auf Amazon.
Die Dokumente enthalten konkrete Beispiele für solche Vorfälle:
- Arlo: Amazon kontaktierte den Sicherheitsanbieter wegen eines Preises von 549,93 US-Dollar für eine Kamera auf Walmart. Nach der Intervention von Amazon wurde der Preis auf 649,99 US-Dollar erhöht.
- Levi’s: Amazon forderte den Bekleidungshersteller auf, die Preise für Khakihosen auf Walmart zu „lösen“ – gemeint war eine Erhöhung.
- Hanes: Das Unternehmen wurde aufgefordert, die Preise für Kleidungsstücke auf Walmart und Target anzuheben.
Amazon weist Vorwürfe zurück
Ein Amazon-Sprecher bezeichnete die Vorwürfe als schwach und warf der kalifornischen Regierung vor, mit der Veröffentlichung der Dokumente von eigenen Schwächen abzulenken:
„Die Klage des Generalstaatsanwalts ist ein transparenter Versuch, von der Schwäche seiner eigenen Position abzulenken. Die angeblich ‚neuen‘ Beweise besaß das Justizministerium bereits seit Jahren.“
Amazon betonte, dass das Unternehmen selbst als einer der günstigsten Online-Händler in den USA gelte und seine Kunden von niedrigen Preisen profitierten. Eine gerichtliche Auseinandersetzung werde man zum richtigen Zeitpunkt führen.
Hintergrund des Verfahrens
Kalifornien verklagte Amazon 2022 wegen wettbewerbswidriger Praktiken. Im Februar 2024 beantragte Bonta eine einstweilige Verfügung, um Amazons angeblich illegales Verhalten während des laufenden Verfahrens zu stoppen. Der Prozess soll voraussichtlich 2025 stattfinden.