Apple wird voraussichtlich 250 Millionen US-Dollar zahlen, um einen Rechtsstreit wegen der verspäteten Einführung seiner KI-gestützten Sprachassistentin Siri beizulegen. Dies geht aus einem kürzlich eingereichten Vergleichsvorschlag hervor, der im Rahmen einer Sammelklage in Kalifornien ausgehandelt wurde.

Die Kläger werfen Apple vor, die versprochenen KI-Funktionen von Siri nicht fristgerecht bereitgestellt zu haben. Der Vergleich muss noch von einem Gericht genehmigt werden, bevor er rechtsverbindlich wird. Sollte dies geschehen, würde es sich um eine der höchsten Strafen handeln, die Apple in den letzten Jahren für verpasste Produktversprechen gezahlt hat.

Die Sammelklage wurde von Nutzern eingereicht, die argumentieren, dass sie für die nicht voll funktionsfähige KI-Version von Siri überteuerte Preise gezahlt hätten. Apple hatte zwar frühzeitig mit der KI-Integration geworben, doch die tatsächliche Umsetzung verzögerte sich deutlich.

Hintergründe des Rechtsstreits

Die Klage basiert auf Vorwürfen, dass Apple seine Kunden über die tatsächlichen Fähigkeiten und den Zeitplan der KI-Funktionen in Siri getäuscht habe. Besonders betroffen sind Nutzer, die Geräte mit älteren iOS-Versionen erwarben und auf die versprochene KI-Unterstützung warteten. Die Sammelklage umfasst potenziell Millionen von Nutzern, die zwischen 2017 und 2023 betroffen sein könnten.

Reaktion von Apple

Apple hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert, doch der Vergleichsvorschlag deutet darauf hin, dass das Unternehmen die Vorwürfe nicht bestreiten wird. Experten gehen davon aus, dass der Fall ein Präzedenzfall für ähnliche Klagen gegen Tech-Unternehmen sein könnte, die KI-Funktionen zu optimistisch vermarkten.

Auswirkungen auf die Tech-Branche

Der Fall wirft erneut Fragen zur Transparenz von Tech-Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien auf. Besonders im Bereich KI und maschinelles Lernen sehen sich Unternehmen zunehmend mit Erwartungsmanagement konfrontiert. Die Genehmigung des Vergleichs könnte weitere Klagen gegen andere Tech-Giganten wie Google oder Microsoft nach sich ziehen.

Sollte der Vergleich bestätigt werden, würde Apple die 250 Millionen Dollar an betroffene Nutzer auszahlen. Die genaue Verteilung der Entschädigungen wird noch ausgearbeitet. Nutzer, die Anspruch auf eine Entschädigung haben, werden voraussichtlich per E-Mail oder über die Apple-Website informiert.

Quelle: Engadget