Ein kurzes, aber wirkungsvolles Video des US-Politikers Bernie Sanders sorgte am vergangenen Wochenende für Aufsehen – und das nicht wegen seines Basketball-Spiels. In dem 18 Sekunden langen Clip, der auf einer Basketballanlage in Minnesota entstand, wirft der 84-Jährige vier Körbe hintereinander. Sein Kommentar dazu: ein typisch grantiges „Das war’s!“

Doch der virale Erfolg des Videos hat einen anderen Grund: Sanders erinnerte damit nicht nur die amerikanische Öffentlichkeit, sondern vor allem die Demokratische Partei daran, dass er 2020 die Präsidentschaftswahl hätte gewinnen können – wenn die Partei ihn nicht übergangen hätte. Eine klare Botschaft an seine Anhänger: „Ich hätte es geschafft.“

Der Auftritt in Minnesota war Teil seiner „Fighting Oligarchy“-Tour, bei der er die demokratische Kandidatin Peggy Flanagan für den US-Senat unterstützte. Doch statt über politische Strategien zu sprechen, lenkte Sanders die Aufmerksamkeit auf sich selbst – und auf die verpasste Chance der Demokraten.

Basketball als Symbol für vergangene Zeiten ist kein neues Phänomen in der US-Politik. Auch Ex-Präsident Barack Obama nutzte 2020 während des Wahlkampfs für Joe Biden ein Basketball-Video, um Nostalgie zu wecken. Mit lässiger Geste und einem Lächeln versenkte er einen Dreier und sagte: „So etwas mache ich einfach.“

Doch während Obamas Video vor allem Unterhaltung bot, steht Sanders’ Clip für eine politische Aussage: Die Demokraten hätten mit ihm einen stärkeren Kandidaten gehabt. Seine Fans teilen das Video nun als Erinnerung daran, was hätte sein können – und wer heute fehlt.