Richterin blockiert Trumps Pläne für Golfplatz-Übernahme
Ein Bundesgericht hat der Trump-Administration vorläufig untersagt, den öffentlichen Golfplatz East Potomac Golf Links in Washington D.C. zu übernehmen und umzugestalten. Richterin Ana Reyes reagierte damit auf einen Eilantrag der DC Preservation League, die den Erhalt des historischen Geländes fordert.
Während der Anhörung kritisierte Reyes die Argumentation der Weißes-Haus-Anwälte, die behaupteten, es gehe lediglich um die Entfernung toter Bäume. „Wir können nicht zulassen, dass Bulldozer Bäume fällen … ohne dass ich davon erfahre“, erklärte die Richterin. Sie betonte, dass bei der Fällung von mehr als zehn Bäumen eine Benachrichtigung des Gerichts sowie detaillierte Pläne vorgelegt werden müssten.
Die DC Preservation League befürchtet, dass die Regierung schnell handeln könnte – ähnlich wie beim schnellen Umbau des Kennedy Centers unter Trump. Ein Anwalt der Organisation äußerte Misstrauen gegenüber der Verwaltung. Auf die Frage, ob eine Schließung des Golfplatzes geplant sei, antwortete der Weißes-Haus-Anwalt ausweichend: „Es gibt keine Schließungsankündigung … aber die Option wird derzeit geprüft.“
„Ich habe kein ‚Nein‘ gehört, Euer Ehren!“, unterbrach der Anwalt der Klägerseite. Die Regierung beteuerte zwar, sich an Regeln zu halten und nichts geschlossen zu haben, doch Reyes erhielt eine Notiz, die auf Schließungsschilder am Golfplatz hinwies. Die Vertreter der Regierung konnten dazu keine Stellungnahme abgeben. Die Richterin zeigte sich besorgt über mögliche „Überraschungsaktionen“ der Verwaltung.
Laut einem Bericht von NOTUS plante die Regierung bereits, den Golfplatz zu übernehmen, Bäume zu roden und später umfassende Renovierungen durchzuführen. Ein nicht namentlich genannter Golfplatzarchitekt, Tom Fazio, sei bereits ausgewählt worden. Obwohl die Regierung den Bericht dementierte, reichte die DC Preservation League umgehend einen Eilantrag ein, um Baumaßnahmen zu verhindern.
Trumps umstrittene Bauprojekte in Washington
Die Skepsis der Denkmalschützer ist nachvollziehbar: Trump hatte bereits den Ostflügel des Weißen Hauses ohne rechtliche Genehmigung für seinen Ballsaal abgerissen – obwohl er öffentlich betonte, keine großen Veränderungen vorzunehmen. Zudem platzierte er seinen Namen an mehreren Gebäuden und Regierungsorganisationen in Washington, ohne Kongress oder rechtliche Rückendeckung einzuholen.
Unabhängig von den Bedenken der Anwohner und Gerichte scheint Trump entschlossen, Washington nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Die heutige Entscheidung der Richterin könnte seine Pläne zwar verzögern, aber nicht vollständig stoppen.