Der US-amerikanische Komiker und Moderator Bill Maher hat den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom (Demokraten) in seiner Show „Real Time With Bill Maher“ scharf kritisiert. Im Mittelpunkt stand Newsoms 787-Millionen-Dollar-Klage gegen Fox News wegen angeblicher Verleumdung. Maher warf Newsom vor, mit seiner Rhetorik und Vorgehensweise zunehmend Donald Trumps Stil zu kopieren.

„Viele würden sagen, dass Sie ihn imitieren“, sagte Maher und bezog sich auf Newsoms scharfe Angriffe auf Trumps „Kloaken“-Rhetorik. „Von allen möglichen Kandidaten sind Sie derjenige, der dessen trollenden Stil übernimmt. Sie verklagen jetzt Fox News – ich verstehe das.“

Newsom verteidigte sich mit den Worten: „Wir gehen in die Beweisaufnahme. Fox sollte sich besser auf den Verkauf vorbereiten oder eine Entschuldigung wegen Verleumdung einreichen.“ Maher konterte sofort: „Klingt das nicht genau wie Trump?“

Newsom beharrte darauf: „Man sollte nicht verleumden. Man sollte nicht lügen.“ Maher pointedierte, dass dies Trumps bekannte Haltung gegenüber der Presse widerspiegele. Newsom entgegnete: „Ich versuche, Trump mit Humor einen Spiegel vorzuhalten. Die Abweichung von der Normalität ist extrem. Dieser Mann spielt Papst, verkleidet sich als Jesus oder setzt sein Gesicht auf den Mount Rushmore – das ist nicht normal.“

Der Gouverneur kritisierte zudem Fox News dafür, sein eigenes soziales Medienverhalten – das Trumps Posting-Stil nachempfunden war – als „unangemessen“ zu bezeichnen. „Kein Gespür für die Situation, dass ihr geliebter Anführer das seit Jahren tut“, sagte Newsom. „Er ist ein unreifer Mann. Wir versuchen nicht, ihn zu entmenschlichen, sondern die Realität und Absurdität widerzuspiegeln.“

Newsoms Klage gegen Fox News und Moderator Jesse Watters wurde einen Tag zuvor von einem Richter in Delaware teilweise zugelassen. Richter Sean P. Lugg befand es für „plausibel“, dass Fox News wissentlich falsche Behauptungen über Newsom verbreitete. Konkret ging es um die angebliche Lüge des Gouverneurs über ein Telefonat mit Trump während der Proteste in Los Angeles 2020.

Fox News reagierte empört: „Wir widersprechen der Entscheidung respektvoll und werden diese frivole Klage energisch abwehren. Es handelt sich um einen klaren Versuch, die Meinungsfreiheit zum Schweigen zu bringen und das Erste Amendment zu schwächen.“ Die Klage sei ursprünglich im August 2023 als politisches Manöver eingereicht worden, so Fox.

Newsom konterte seinerseits: „Wenn Fox News bereit ist, die Amerikaner im Namen Donald Trumps anzulügen, sollte es Konsequenzen geben – so wie im Fall Dominion.“ Er verwies auf die hohe Schadensersatzzahlung, die Fox News im Dominion-Voting-Machine-Skandal leisten musste. „Die Amerikaner verdienen vertrauenswürdige Informationen von großen Nachrichtenmedien. Fox muss bereit sein, die Wahrheit zu sagen.“

Quelle: The Wrap