Bundesrichter blockiert Kennedy-Pläne zur Einschränkung von Trans-Gesundheitsversorgung
Ein Bundesrichter in Oregon hat die umstrittenen Pläne von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zur Einschränkung geschlechtsangleichender Behandlungen für Trans-Jugendliche gestoppt. Richter Mustafa T. Kasubhai bezeichnete Kennedy in seiner Entscheidung als „unseriösen“ und „unsicheren“ Führer, dessen Maßnahmen „Chaos und Terror“ bei Betroffenen und medizinischen Einrichtungen ausgelöst hätten.
Kennedys Deklaration als illegal eingestuft
Im Dezember 2023 hatte Kennedy eine Deklaration unterzeichnet, in der er behauptete, geschlechtsangleichende Behandlungen für Trans-Jugendliche würden „nicht anerkannten medizinischen Standards“ entsprechen. Tatsächlich gelten diese Behandlungen – darunter Pubertätsblocker und geschlechtsangleichende Hormone – laut medizinischer Leitlinien als notwendig für einige Patienten und werden von der gesamten Fachwelt unterstützt.
Kennedy bezeichnete die Behandlungen als „geschlechtsablehnende Eingriffe“ und kündigte an, Bundesmittel für Kliniken und Ärzte zu streichen, die sie anbieten. Mehrere Kinderkrankenhäuser wurden daraufhin auf eine mögliche Defundierung überprüft. Viele Einrichtungen schränkten vorsorglich die Versorgung ein, um finanzielle Risiken zu vermeiden.
„Die Aussage ‚Ich werde eine Erklärung herausgeben und sehen, ob wir damit durchkommen‘ ist kein Prinzip einer Regierungsführung, das sich an die übergeordnete Verpflichtung zu einer demokratischen Republik hält.“
Koalition klagt erfolgreich gegen Kennedy
Eine Koalition aus 21 Bundesstaaten und Washington, D.C., verklagte Kennedy wegen Verstoßes gegen gesetzliche Verfahren. Der Richter gab der Klage statt und blockierte Kennedys Deklaration vorläufig. In seiner Begründung betonte Kasubhai, dass eine solche Vorgehensweise das Vertrauen in den Rechtsstaat untergrabe.
Doch die Trump-Administration setzte ihre Pläne fort: Das Gesundheitsministerium leitete ein formelles Regelungsverfahren ein, um Medicaid- und Medicare-Mittel für Kliniken zu streichen, die Trans-Jugendlichen Behandlungen anbieten. Eine weitere geplante Regelung soll Bundesversicherungen für einkommensschwache Familien verbieten, die Kosten zu übernehmen. Experten bezeichnen diese Pläne als „nukleare Option“ mit verheerenden Folgen für die Gesundheitsversorgung.
Neue Entscheidung des Richters stoppt weitere Schritte
Mit seiner jüngsten Entscheidung vom Samstag hat Richter Kasubhai nun auch diese Pläne vorerst gestoppt. Die Begründung: Kennedy habe seine Kompetenzen überschritten und gegen demokratische Prinzipien verstoßen. Die endgültige Entscheidung in dem Fall bleibt jedoch abzuwarten.