Zwei Filme, ein Startdatum: Ein seltener Erfolg für Chandler Levack

Am 17. April 2024 startet die kanadische Regisseurin Chandler Levack gleich zwei Filme: „Mile End Kicks“, ein Independent-Drama über eine ehrgeizige Musikjournalistin, und „Roommates“, eine Netflix-Komödie über eine zerbrechende Freundschaft zwischen zwei Studentinnen. Ein ungewöhnlicher Doppelstart, der Levacks vielseitiges Talent unterstreicht.

Komplizierte Heldinnen und ehrliche Geschichten

Levacks Filme handeln oft von jungen Frauen, die in unsicheren Lebensphasen nach Orientierung suchen. Ihre Protagonistinnen sind keine perfekten Vorbilder, sondern machen Fehler – und genau das macht sie authentisch. „Mile End Kicks“ folgt der Musikkritikerin Sam, die in Montreal ihren Traum verfolgt, während „Roommates“ die toxische Dynamik zwischen zwei Studentinnen zeigt, die sich gegenseitig ausnutzen.

„Es geht darum, wie junge Menschen lernen, für sich einzustehen – auch wenn sie dabei scheitern“, erklärt Levack. Ihre Figuren sind keine Helden, sondern Menschen mit Schwächen, die durch Erfahrung wachsen.

Von Musikvideos zu Spielfilmen: Levacks Weg als Regisseurin

Bevor Levack Spielfilme drehte, arbeitete sie als Musikvideo-Regisseurin. Ihr Kurzfilm „We Forgot To Break Up“ (2018) zeigte bereits ihr Gespür für komplexe Beziehungen: Ein ehemaliger Bandmanager kehrt nach Jahren zurück und muss sich mit alten Freunden auseinandersetzen, die ihm seine Vergangenheit übelnehmen. Ein Konzert am Ende symbolisiert die Hoffnung auf Versöhnung.

2022 folgte ihr Spielfilmdebüt „I Like Movies“, eine Coming-of-Age-Geschichte über den filmbegeisterten Teenager Lawrence. Der Film thematisiert Einsamkeit, unerwiderte Liebe und die Illusion von Freundschaft – besonders eindrücklich in einer Szene, in der Lawrence seinem besten Freund gesteht, dass er ihn nur als „Lückenbüßer“ bis zum College betrachtet.

Warum junge Frauen mehr Regie führen müssen

Levacks Erfolg ist selten: Frauen unter 35 Jahren erhalten nur 12 % der Regieaufträge in Hollywood (Studie der USC Annenberg School, 2023). Dabei bringen sie frische Perspektiven auf Themen wie Freundschaft, Selbstfindung und gesellschaftliche Erwartungen ein.

„Junge Frauen sehen die Welt anders – und das sollte sich auch in den Filmen widerspiegeln“, sagt Levack. Ihre Filme zeigen, dass Unsicherheit und Scheitern keine Schwächen sind, sondern Teil des Erwachsenwerdens.

Drei Gründe, warum Levacks Filme wichtig sind:

  • Authentische Geschichten: Keine perfekten Heldinnen, sondern reale Menschen mit Fehlern und Stärken.
  • Sozialkritische Themen: Von toxischen Freundschaften bis zu unerfüllten Träumen – Levack scheut keine schwierigen Themen.
  • Mehr Vielfalt hinter der Kamera: Junge Regisseurinnen brauchen mehr Chancen, um die Filmlandschaft zu verändern.

Was kommt als Nächstes?

Mit zwei neuen Filmen auf einmal beweist Chandler Levack, dass sie zu den vielversprechendsten Regisseuren ihrer Generation gehört. Ob Independent-Kino oder Streaming – ihre Geschichten finden immer ein Publikum. Und das ist dringend nötig: Denn die Filmindustrie braucht mehr Stimmen wie ihre.

„Es geht nicht darum, perfekte Filme zu machen, sondern ehrliche. Und die Welt braucht mehr davon.“
— Chandler Levack

Quelle: AV Club