Die erste Gouverneursdebatte in Kalifornien artete innerhalb der ersten 30 Minuten in ein chaotisches Spektakel aus. Die Moderatoren Pat Harvey und Tony Lopez kämpften vergeblich darum, die acht führenden Kandidaten im Zaum zu halten. Die Debatte, die von CBS Los Angeles, CBS Bay Area und CBS Sacramento übertragen wurde, fand am Dienstagabend im Bridges Auditorium der Pomona College statt.

Der demokratische Kandidat Xavier Becerra löste die ersten Wortgefechte aus. Er attackierte den republikanischen Kandidaten Steve Hilton und dessen Unterstützung durch Ex-Präsident Donald Trump. Becerra betonte, dass Millionen Kalifornier ohne die von Trump blockierten Prämiensteuergutschriften des Affordable Care Act keine Krankenversicherung hätten. «Das Erste, was wir tun müssen, ist, Steve Hiltons Daddy zu stoppen», spottete Becerra. Als Harvey klarstellte, dass Trump nicht Hiltons leiblicher Vater sei, konterte Hilton mit einer humorvollen Antwort: «Mein Vater war Torwart der ungarischen Nationalmannschaft im Eishockey. Ich glaube nicht, dass er sich zu diesem Thema geäußert hat.»

Hilton nutzte die Gelegenheit, um die bisherige Politik zu kritisieren: «Seit 16 Jahren haben wir dieselben Verantwortlichen. Die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch, die Immobilienpreise und die Arbeitslosigkeit ebenfalls. Alles, was sie können, ist, Trump die Schuld zu geben. Wir brauchen Veränderung», forderte er.

Die Debattenregeln sahen vor, dass jeder Kandidat 45 Sekunden Zeit für eine Antwort erhielt. Doch bereits nach den ersten Wortwechseln zwischen Becerra und Hilton hielten sich die Teilnehmer nicht mehr an die Vorgaben. Harvey rechtfertigte das Chaos mit den Worten: «Alle wollen hier reden – das bedeutet, wir machen unsere Arbeit gut.» Die Kandidaten sahen das anders. «Das ist schlimmer als meine Teenager beim Abendessen», kommentierte die demokratische Kandidatin Katie Porter das Durcheinander. Selbst ein Student der Pomona College, der die erste Frage stellte, räumte ein: «Das war etwas unkontrolliert.»

Die Debatte war die bisher größte und inklusivste der Wahlsaison in Kalifornien. Es gab weder Eröffnungs- noch Schlussstatements. Ein besonderes Element war die «Lightning Round», in der die Kandidaten Fragen mit einem einfachen «Ja» oder «Nein» beantworten mussten. An der Debatte nahmen acht Kandidaten teil: Xavier Becerra (ehem. Gesundheitsminister), Matt Mahan (Bürgermeister von San José), Katie Porter (ehem. Kongressabgeordnete), Tom Steyer (Milliardär), Tony Thurmond (Bildungsminister), Antonio Villaraigosa (ehem. Bürgermeister von Los Angeles), Steve Hilton (ehem. Fox-News-Kommentator) und Chad Bianco (Sheriff von Riverside County).

Quelle: The Wrap