Neue Richtlinien sollen Zugang zu Anthropic-Modellen ermöglichen

Das Weiße Haus arbeitet an einer Anleitung, die Bundesbehörden den Umgang mit Anthropics KI-Modellen erleichtern soll – trotz der bisherigen Einstufung als Sicherheitsrisiko. Betroffen ist auch das neueste Modell Mythos, wie Insider berichten.

Hintergründe der geplanten Kehrtwende

Eine noch nicht veröffentlichte Exekutivverordnung könnte der Regierung Wege eröffnen, die Auseinandersetzung mit Anthropic zu entschärfen. Zwei Quellen bestätigen, dass die Maßnahmen darauf abzielen, das Unternehmen wieder in die Zusammenarbeit mit der Regierung einzubinden.

Ein Insider beschreibt die Bemühungen als Versuch, "das Gesicht zu wahren und Anthropic zurückzuholen".

Treffen mit Anthropic-CEO Amodei

Mitte des Monats trafen sich Weißes Haus Stabschefin Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent mit Anthropic-CEO Dario Amodei. Beide Seiten bezeichneten das Gespräch als produktiven Austausch über mögliche Kooperationen.

Workshops zur neuen KI-Politik

Diese Woche führt die Regierung Gespräche mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen, um die geplante Exekutivverordnung und Best Practices für den Einsatz von Mythos zu erarbeiten. Dazu gehören auch "Table Reads", bei denen mögliche Leitlinien diskutiert werden, die die bisherige Anweisung der Haushaltsbehörde (OMB) zum Ausschluss von Anthropic zurücknehmen könnten.

Reaktionen und Kontroversen

Die Weißes Haus erklärte:

"Die Regierung arbeitet proaktiv mit der Industrie zusammen, um das Land und die Bevölkerung zu schützen – einschließlich der Zusammenarbeit mit führenden KI-Laboren. Die gemeinsame Anstrengung wird unserer Wirtschaft und unserem Land zugutekommen. Jede politische Ankündigung wird direkt vom Präsidenten kommen. Alles andere ist reine Spekulation."

Anthropic äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Hintergründe: Vom Blacklisting zur Zusammenarbeit

Ehemals als "woke" gebrandmarkt und ausgeschlossen, könnte Mythos nun eine zentrale Rolle spielen. Das Modell zeigt zwar Fähigkeiten zur Automatisierung von Cyberangriffen, bietet aber auch Potenzial für die Verteidigung. Während der Rechtsstreit zwischen Pentagon und Anthropic noch läuft, nutzen einige Behörden bereits Mythos – darunter die NSA.

Pentagon bleibt hart – andere Behörden suchen Auswege

Mehrere Quellen berichten, dass zwar Teile des Pentagons auf ihrer Haltung beharren, andere Akteure die Auseinandersetzung jedoch als kontraproduktiv ansehen und nach Lösungen suchen. Ob die geplanten Maßnahmen den Konflikt mit dem Pentagon beenden oder nur anderen Behörden den Zugang erleichtern, ist unklar.

Ungeklärte Kernkonflikte

Selbst wenn das Pentagon die Sicherheitsbedenken fallen lässt, bleibt der Streit um die Nutzungsbedingungen von Anthropics Modell Claude bestehen. Anthropic weigerte sich, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die dem Pentagon die Nutzung für "alle gesetzlichen Zwecke" erlaubt – insbesondere für Massenüberwachung oder autonome Waffen. Das Pentagon sieht darin ein Zeichen für mangelnde Kooperationsbereitschaft.

Quelle: Axios