Der US-amerikanische Versicherungskonzern Cigna wird sich 2027 aus den individuellen Affordable Care Act (ACA)-Marktplätzen zurückziehen. Damit folgt das Unternehmen anderen großen Anbietern, die in diesem Segment bereits ihre Aktivitäten reduziert haben. Die Entscheidung wurde während der Präsentation der Quartalszahlen für das erste Quartal 2024 bekannt gegeben.
Trotz eines starken Quartals mit einem Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar und einer angehobenen Jahresprognose priorisiert Cigna nun andere Geschäftsbereiche. Aktuell betreut das Unternehmen rund 369.000 ACA-Versicherte in elf Bundesstaaten – ein kleiner Teil der insgesamt 18,3 Millionen Kunden.
Gründe für den Rückzug
Brian Evanko, Chief Operating Officer (COO) von Cigna, betonte, dass die Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Zwei Hauptgründe führten zum Ausstieg:
- Fehlende Wachstumsperspektiven: Cigna sieht keine realistische Möglichkeit, das ACA-Geschäft in den kommenden Jahren signifikant auszubauen.
- Ressourcenumschichtung: Durch den Rückzug können finanzielle und personelle Mittel in lukrativere Bereiche fließen, darunter die Evernorth-Spezialversorgung, die Pharmadienstleistungen sowie das Kerngeschäft mit Arbeitgeberversicherungen.
Auswirkungen auf Versicherte
Für die betroffenen Versicherten bedeutet der Rückzug, dass sie sich nach alternativen Krankenversicherungsoptionen umsehen müssen. Cigna wird den Ausstieg schrittweise vollziehen und die Kunden über die nächsten Monate informieren. Experten gehen davon aus, dass weitere Anbieter ähnliche Schritte prüfen könnten, da der ACA-Markt weiterhin instabil bleibt.
„Die Entscheidung unterstreicht die Herausforderungen im individuellen ACA-Markt, der für viele Versicherer zunehmend unattraktiv wird.“ – Branchenanalysten