Senator Fetterman durchbricht Parteigrenzen

Der US-Senat hat Kevin Warsh mit knapper Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) gewählt. Die Abstimmung endete mit 54 zu 45 Stimmen – fast ausschließlich entlang der Parteigrenzen. Nur Senator John Fetterman (Demokrat) stimmte überraschend für Warsh und unterstützte damit die republikanische Linie.

Trump sichert sich Kontrolle über die Geldpolitik

Mit der Bestätigung von Warsh festigt Präsident Donald Trump seinen Einfluss auf die US-Geldpolitik. Warsh gilt als loyaler Unterstützer Trumps und erfüllt damit die Erwartungen des Präsidenten. Er wäre der reichste Fed-Chef aller Zeiten – ein Fakt, der seine Unabhängigkeit zusätzlich infrage stellt.

Widersprüchliche Aussagen in Anhörungen

Während seiner Senatsanhörung betonte Warsh, er nehme seine Rolle als unabhängiger Fed-Chef „sehr ernst“. Gleichzeitig bestritt er, dass Trump ihn jemals zu Zinssenkungen gedrängt habe. Doch Trump selbst widersprach dieser Darstellung in einem Interview mit dem Wall Street Journal.

Der Präsident bestätigte, Warsh nach dessen Eignung für Zinssenkungen gefragt zu haben. Als Senator Ruben Gallego ihn darauf ansprach, wehrte Warsh mit Kritik an journalistischen Standards ab. Trump hatte zuvor wiederholt die Fed unter Jerome Powell für ihre Zögerlichkeit bei Zinssenkungen kritisiert.

Ende der Fed-Unabhängigkeit?

Die Bestätigung Warshs markiert einen weiteren Schritt in Trumps Bemühen, Schlüsselpositionen mit loyalen Unterstützern zu besetzen. Kritiker warnen vor einem Verlust der Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Fed gilt traditionell als unabhängige Institution, die politische Einflüsse vermeiden soll. Mit Warsh an der Spitze könnte diese Unabhängigkeit weiter schwinden.

„Die Bestätigung Warshs zeigt, wie sehr Trump die Fed unter seine Kontrolle bringen will – auf Kosten ihrer Unabhängigkeit.“

Hintergrund: Warum Warsh umstritten ist

  • Reichtum: Warsh wäre der reichste Fed-Chef aller Zeiten.
  • Loyalität zu Trump: Seine Bereitschaft, Trumps Forderungen nach Zinssenkungen zu unterstützen, steht im Fokus.
  • Fehlende Zentralbank-Erfahrung: Kritiker bemängeln seine geringe Expertise in geldpolitischen Fragen.