Nach einer kurzen Auszeit mit meiner Frau kehrte ich zurück und musste mich unerwarteten familiären Herausforderungen stellen. Dazu kam noch eine RSV-Erkrankung (Respiratorisches Synzytial-Virus), die mich diesen Winter besonders stark traf. Diese Kombination machte die letzten Monate zu den unproduktivsten und anstrengendsten seit Jahrzehnten.
Viele von uns stürzen sich in Arbeit, um das Gefühl zu haben, ihr Leben zumindest in kleinen Bereichen unter Kontrolle zu haben. Als ich mich wieder meiner gewohnten Routine zuwandte, begann ich mit einer scheinbar einfachen Aufgabe: dem Wechsel der Winter- auf Sommerreifen an meinem Alltagsauto, einem BMW E39 530i aus dem Jahr 2003. Obwohl ich bereits oft über die Dos und Don’ts beim Reifenwechsel geschrieben habe, lohnt es sich, einige grundlegende Sicherheitsregeln in Erinnerung zu rufen.
Warum der Untergrund entscheidend ist
Ein Reifenwechsel gehört zu den einfachsten Wartungsarbeiten an einem Auto – doch gleichzeitig birgt er erhebliche Risiken. Sobald ein Rad in der Luft hängt, steigt nicht nur die Gefahr von Verletzungen, sondern auch die eines instabilen Fahrzeugs. Arbeiten Sie immer auf einer ebenen, festen Fläche aus Beton. Asphalt ist ungeeignet, da ein Wagenheber darin einsinken kann. Falls Asphalt unvermeidbar ist, legen Sie eine stabile Holz- oder Metallplatte unter den Heber, um ein Einsinken zu verhindern.
Ich habe selbst erlebt, wie ein Auto von einem Wagenheber rutschte: Eine minimale Neigung des Untergrunds in Kombination mit Hitze, die den Asphalt aufweichte, führte dazu, dass der Heber nachgab. Mein eigenes Vorgehen beim Reifenwechsel ist ohnehin sicherer: Ich sitze vor jedem Rad, rolle es auf meine Knie und hebe es an – dabei befinde ich mich direkt unter dem Fahrzeug. Ein zusätzlicher Grund, warum ich auf eine stabile Unterlage achte.
Jacke oder Heber? Die richtige Ausrüstung wählen
In meiner Garage steht zwar eine Hebebühne, doch diese ist oft durch andere Projekte belegt. Deshalb wechsle ich die Reifen traditionell auf dem ebenen Betonboden der Garage. Dort habe ich Zugang zu Druckluftwerkzeugen, um die Radmuttern schnell zu lösen. Doch in letzter Zeit habe ich die Reifen sogar vor dem Haus auf dem Gehweg gewechselt – aus ähnlichen Gründen wie oben beschrieben.
Früher hob ich das Auto an der Vorderseite an, um beide Vorderräder gleichzeitig zu wechseln, und wiederholte den Vorgang hinten. Dafür brauchte ich jedoch einen längeren, schwereren Wagenheber. Heute bevorzuge ich die Methode, jedes Rad einzeln zu wechseln – dafür reicht ein kleinerer, leichterer Heber, den ich problemlos bewegen kann.
Werkzeugwahl: Brechstange oder elektrischer Schlagschrauber?
Eines Tages werde ich mir sicher einen elektrischen Schlagschrauber zulegen, doch bisher kommt eine 18-Zoll-Brechstange meist problemlos mit den Radmuttern zurecht. Diese werden bei mir zweimal im Jahr gewechselt und sind daher gut zugänglich. Wichtig ist, die Muttern zunächst zu lösen, bevor das Rad angehoben wird. Ein weiterer Tipp: Verwenden Sie immer die vorgesehenen Heberpunkte am Fahrzeug, um Schäden zu vermeiden.
Auch wenn ein Reifenwechsel auf den ersten Blick harmlos erscheint – Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Ein falscher Handgriff kann schnell zu schweren Verletzungen führen. Wer diese Grundregeln beachtet, kann auch scheinbar einfache Arbeiten ohne Risiko erledigen.