Der Automobilkonzern Stellantis hat die Produktion seiner beliebten Jeep 4xe-Plug-in-Hybride eingestellt – doch die Probleme mit den Batterien bleiben. Mehrere Klagen werfen dem Unternehmen vor, jahrelang Sicherheitsrisiken ignoriert und zu spät auf die Defekte reagiert zu haben.

Im November 2023 musste Jeep rund 320.000 Fahrzeuge der Modelle Wrangler 4xe und Grand Cherokee 4xe zurückrufen. Der Grund: Beschädigte Separatoren in den Lithium-Ionen-Batterien, die ein erhöhtes Risiko für thermische Durchgehende und Brände verursachen können. Betroffene Besitzer wurden angewiesen, ihre Fahrzeuge nicht in Garagen oder unter Carports abzustellen, um im Brandfall Schäden zu minimieren.

Doch die Probleme reichen weiter zurück. Bereits im Februar 2024 reichte ein Kunde in Utah eine Sammelklage gegen Stellantis ein. Die Klage wirft dem Konzern vor, gegen staatliche und bundesweite Verbraucherschutzgesetze verstoßen zu haben. Besonders brisant: Die Fahrzeuge sollen selbst bei ausgeschalteter Zündung und im Stand Feuer fangen können.

Neue Sammelklage in Detroit

Jetzt kommt eine weitere Klage hinzu: Ein neues Verfahren vor dem US-Bezirksgericht in Detroit wirft Stellantis vor, die Batteriedefekte in den 4xe-Modellen jahrelang verharmlost und notwendige Reparaturen verzögert zu haben. Die Kläger argumentieren, dass die von Samsung gelieferten Lithium-Ionen-Zellen fehlerhaft seien und das Unternehmen stattdessen die Produktion eingestellt habe, statt die technischen Probleme zu beheben.

Die Klage listet 16 Beschwerdeführer auf und fordert Schadensersatz sowie die Übernahme der Anwaltskosten. Laut Detroit Free Press ist dies bereits die zweite Sammelklage gegen Stellantis in diesem Jahr – ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit der Kunden.

Brandrisiko auch im Stand

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Die defekten Batterien sollen nicht nur während der Fahrt, sondern auch im Stand zu Bränden führen können. Betroffene berichten von plötzlichen Leistungsverlusten und Warnmeldungen, die auf mögliche Batterieprobleme hinweisen. Stellantis hatte zwar Rückrufaktionen eingeleitet, doch viele Kunden kritisieren, dass die Maßnahmen zu spät kamen und die Kommunikation unzureichend war.

Experten warnen, dass solche Batteriedefekte nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Die Einstellung der 4xe-Modelle könnte daher weniger eine Lösung als vielmehr ein Eingeständnis der eigenen Untätigkeit sein.

Quelle: CarScoops