Nissan reagiert auf globale Lieferengpässe

Ein interner Servicehinweis, der an Nissan-Vertragshändler in den USA verschickt wurde, bestätigt nun die Befürchtungen eines Motoröl-Engpasses. Wie bereits bei Toyota angekündigt, muss auch Nissan ab Mai 2026 mit deutlichen Einschränkungen rechnen. Die Ursache liegt in globalen Lieferkettenproblemen, die durch den Konflikt im Nahen Osten verschärft werden.

Rationierung und höhere Preise

Laut dem Bulletin wird die Zuteilung von Nissan-Originalölen – darunter auch Varianten von Mobil und Mobil 1 – um 45 % im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Händler erhalten nur noch 55 % der bisherigen Mengen. Zudem müssen Kunden mit höheren Servicekosten rechnen, da die Preise für Motoröl steigen.

Der Hinweis betont ausdrücklich: „Die Versorgung mit Motorölen ist aufgrund anhaltender globaler Lieferengpässe bei Rohstoffen und Raffinerie-Eingangsstoffen eingeschränkt.“

Kunden aufgepasst: Garantieansprüche gefährdet

Nissan warnt Händler und Kunden gleichermaßen davor, auf billige Öle auszuweichen. Zwar dürfen Vertragshändler Öl von externen Lieferanten beziehen, doch für autorisierte Wartungsarbeiten müssen Nissan-zugelassene Schmierstoffe verwendet werden. Andernfalls droht der Verlust von Garantieansprüchen.

Warum trifft der Engpass auch synthetische Öle?

Auf den ersten Blick scheint der Mangel an Motoröl paradox: Schließlich basieren moderne Motoren oft auf synthetischen oder teil-synthetischen Ölen. Doch der Engpass betrifft nicht das Öl selbst, sondern dessen Grundstoff (Base Stock) – den zentralen Bestandteil jedes Schmiermittels.

Wie ExxonMobil erklärt, sind Base Stocks die „Basisbausteine“ von Schmierstoffen. Sie werden aus Rohöl gewonnen und bilden das Fundament für Motoröle, egal ob mineralisch oder synthetisch. Selbst bei synthetischen Ölen stammt ein Großteil der Grundstoffe oft aus konventionellem Erdöl, das durch Raffination aufbereitet wird.

Was bedeutet das für Autofahrer?

Die Ankündigung von Nissan unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Autofahrer sollten sich auf längere Wartezeiten bei Ölwechseln einstellen und gegebenenfalls frühzeitig Termine vereinbaren. Zudem empfiehlt Nissan, bei Wartungsarbeiten ausschließlich zugelassene Öle zu verwenden, um teure Folgeschäden zu vermeiden.

„Die Versorgungssituation bleibt angespannt. Wir raten Kunden, sich rechtzeitig um Ölwechsel zu kümmern und auf Original- oder zugelassene Alternativen zu setzen.“ – Auszug aus dem Nissan-Servicehinweis

Hintergrund: Globale Lieferketten unter Druck

Die aktuellen Engpässe sind eine direkte Folge des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Sanktionen gegen russische Öl- und Gaslieferungen. Raffinerien in Europa und Nordamerika kämpfen mit reduzierten Kapazitäten, was sich auf die Verfügbarkeit von Grundstoffen für Schmiermittel auswirkt. Experten rechnen nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage.

Quelle: The Drive