Die Europäische Kommission hat am Mittwoch ein Maßnahmenpaket namens „ENERGY CUSHION“ vorgestellt, um die durch den Iran-Konflikt verursachten stark gestiegenen Energiepreise abzufedern. Wie Reuters berichtet, umfasst der Entwurf unter anderem die Senkung von Stromsteuern und eine koordinierte Befüllung der fossilen Gasspeicher im Sommer. Allerdings verzichtet die EU auf drastische Eingriffe wie Preisobergrenzen für Gas oder eine Besteuerung von Übergewinnen der Energiekonzerne. Carbon Brief veröffentlichte eine interaktive Übersicht der 44 geplanten Maßnahmen.

EU-Energieminister Dan Jørgensen warnte vor einer mehrjährigen Phase hoher Gaspreise und betonte:

„Wir müssen unsere Abhängigkeit von Gas so schnell wie möglich beenden. Das bedeutet für uns, den Ausbau sauberer Energien zu beschleunigen.“

Geplante Steueränderungen sollen im Mai vorgelegt werden. Da solche Reformen einstimmige Zustimmung aller EU-Länder erfordern, gestaltet sich ihre Umsetzung jedoch schwierig.

Flugreisen in Gefahr

Der 16-seitige Entwurf „AccelerateEU“ sieht zudem vor, die Versorgung mit Kerosin und Diesel zu koordinieren, um einer drohenden Knappheit entgegenzuwirken. Jørgensen erklärte gegenüber Sky News, dass die europäischen Sommerferien „sehr wahrscheinlich“ von „Flugausfällen oder extrem hohen Ticketpreisen“ betroffen sein könnten. Die Financial Times berichtete, dass die deutsche Lufthansa bereits 20.000 Flüge zwischen Mai und Oktober gestrichen hat, um Treibstoff zu sparen.

Weltweiter Meilenstein: Erneuerbare überholen Kohle

Laut einer Analyse des Thinktanks Ember, der Carbon Brief zitiert, wurden Erneuerbare Energien im vergangenen Jahr erstmals zur größten Stromquelle weltweit – noch vor der Kohle. Dies markiert einen historischen Wendepunkt in der globalen Energieversorgung.

Frankreichs Klimapolitik unter Druck

Frankreich verzichtete bei einem G7-Treffen in Paris darauf, Klimapolitik auf die Agenda zu setzen, um „Streit mit den USA zu vermeiden“, wie Agence France-Presse berichtet.

China verschärft Klimavorgaben

China hat zwei neue Richtlinien verabschiedet, die eine „strenge Kontrolle“ des Kohleeinsatzes vorsehen. Zudem sollen lokale Behörden anhand ihrer Klimaziele bewertet werden, wie Carbon Brief in einem Fragen-und-Antworten-Format erklärt.

Großbritannien will Gaspreise von Strom entkoppeln

Als Reaktion auf die aktuellen Energiepreisschwankungen kündigte die britische Regierung an, die „Verknüpfung zwischen Gas- und Strompreisen zu durchbrechen“, wie Carbon Brief berichtet.

Extremwetter bedroht globale Nahrungsversorgung

Ein gemeinsamer Bericht der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt, dass häufigere und intensivere Hitzewellen an Land und im Meer die globalen Nahrungssysteme „an den Rand des Kollapses“ drängen. Die Guardian berichtete über die alarmierenden Erkenntnisse.

Japan führt neuen Hitzebegriff ein

In einer nationalen Abstimmung wählte Japan den Begriff „kokushobi“ (übersetzt: „grausam heiß“) als offiziellen Namen für Tage mit Temperaturen von 40 Grad Celsius oder mehr. Die BBC berichtete über die Entscheidung.

Elektroautos in Großbritannien deutlich günstigerLaut dem britischen Autohaus Autotrader sind neue Elektroautos im Schnitt 785 Pfund günstiger als vergleichbare Benziner. Die Guardian bezeichnete dies als „wichtigen Meilenstein“ für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Großbritannien.

Klimawandel gefährdet Unterwasser-Kulturerbe

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass steigende Temperaturen und sinkende pH-Werte im Meer „unterwasserliches Kulturerbe“ wie Schiffswracks in der Taiwanstraße bedrohen. Die Erkenntnisse wurden in der jüngsten Ausgabe von Carbon Brief veröffentlicht.