Das US-Justizministerium hat den ehemaligen FBI-Direktor James Comey erneut angeklagt. Diesmal geht es um einen umstrittenen Instagram-Post aus dem vergangenen Jahr. Comey veröffentlichte ein Foto von Muscheln am Strand in North Carolina, die die Ziffernfolge „8647“ bildeten. Viele deuteten dies als versteckte Drohung gegen den damaligen Präsidenten Donald Trump – die Zahlenfolge soll im Netz für die Aufforderung stehen, den 47. Präsidenten zu „86en“ (umgangssprachlich für „killen“).

Comey behauptete, die Muscheln seien bereits so arrangiert gewesen, als er sie entdeckte. Er habe zunächst angenommen, es handle sich um eine politische Botschaft. Nach massiver Kritik löschte er den Post und entschuldigte sich:

„Mir war nicht bewusst, dass manche diese Zahlen mit Gewalt in Verbindung bringen. Es ist mir nie in den Sinn gekommen, aber ich lehne Gewalt jeglicher Art ab – deshalb habe ich den Post entfernt.“

Die Anklage des Justizministeriums wirft Comey vor, mit dem Post gegen Gesetze verstoßen zu haben. Konkrete Vorwürfe wurden zunächst nicht genannt. Bereits 2023 hatte die damalige Heimatschutzministerin Kristi Noem und die ehemalige Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard eine strafrechtliche Verfolgung Comeys gefordert.

Präsident Trump kommentierte die Angelegenheit im Mai mit scharfen Worten:

„Er wusste genau, was das bedeutet. Selbst ein Kind hätte das verstanden.“

Diese zweite Anklage gegen Comey folgt auf eine gescheiterte erste Anklage aus dem Jahr 2023. Damals wurde Comey vorgeworfen, falsch ausgesagt und die Ermittlungen zur russischen Einmischung in die US-Wahl 2016 behindert zu haben. Die Anklage scheiterte jedoch an formalen Fehlern: Ein Richter stellte fest, dass die zuständige Staatsanwältin Lindsey Halligan nicht ordnungsgemäß ernannt worden war. Die von ihr unterzeichneten Anklagen gegen Comey und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wurden daraufhin für ungültig erklärt.