Die von Ex-Präsident Donald Trump aufgestellte Behauptung, der ehemalige FBI-Direktor James Comey habe mit einem Muschel-Foto einen Mafia-Mord an ihm angeordnet, bröckelt bereits. Trump argumentiert, der Begriff „86“ sei ein Mafia-Code für einen Mordauftrag. Als Comey kürzlich ein Foto von Muscheln am Strand in North Carolina mit der Aufschrift „86 47“ veröffentlichte, interpretierte Trump dies als Drohung, den 47. US-Präsidenten „aus dem Weg zu räumen“.

Doch ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt, der selbst gegen die Mafia ermittelte, entlarvt diese These nun als völlig haltlos. Elie Honig, der unter anderem gegen die fünf New Yorker Mafia-Familien ermittelte, erklärte im CNN-Interview: „Ich habe unzählige Stunden damit verbracht, mit echten Gangstern zu sprechen oder ihre Gespräche über Abhörtechnik mitzuhören – von Bosse bis zu einfachen Soldaten. Doch nie, wirklich nie, habe ich den Begriff ‚86‘ als Mordbefehl gehört.“

Honig betonte weiter: „Diese Leute haben eine blühende Fantasie, wenn es um ihre Sprache geht. Aber ‚86‘ kommt in keinem Mafia-Film wie ‚Der Pate‘, ‚Die Sopranos‘ oder ‚Goodfellas‘ vor. Vielleicht in einem alten Western, aber nicht in der Realität.“

Auf die Frage von CNN-Moderatorin Kaitlan Collins, ob er sich tatsächlich bedroht fühle, antwortete Trump: „Wahrscheinlich. Ich weiß es nicht.“ Honig kommentierte dies mit den Worten: „Genau das ist ein Freispruch. Denn Staatsanwälte müssen zweifelsfrei beweisen, dass das Opfer sich ernsthaft bedroht fühlte.“

Die aktuelle Anklageschrift gegen Comey enthält keine Mafia-Argumente. Stattdessen wird darin behauptet, „86“ sei ein Symbol, das ein „vernünftiger Empfänger“ als ernsthafte Drohung gegen Trump interpretieren würde. Doch Honigs Aussage zeigt: Trumps Mafia-Geschichte ist reine Fiktion – und von realer Gefahr keine Spur.