FBI und Behörden durchsuchen Kitas in Minneapolis
Bundesbehörden haben am Dienstagmorgen in Minneapolis etwa 20 Kindertagesstätten durchsucht. Wie das US-Justizministerium mitteilte, handelt es sich um eine gerichtlich angeordnete Maßnahme im Rahmen einer laufenden Betrugsuntersuchung. Festnahmen gab es zunächst nicht, wie CBS News berichtet.
Hintergrund: Rechtsextreme Verschwörungstheorie
Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit einer widerlegten Theorie, die von rechtsextremen Aktivisten verbreitet wurde. Der YouTuber Nick Shirley hatte wiederholt Kitas belästigt und behauptet, somalische Amerikaner würden ein großangelegtes Betrugssystem betreiben. Diese Falschbehauptung wurde auch von der Trump-Administration aufgegriffen und gegen die somalisch-amerikanische Kongressabgeordnete Ilhan Omar verwendet.
Bisher wurden in keiner der durchsuchten Einrichtungen Beweise für Betrug gefunden. Shirley hatte zuvor mehrere Kitas in Minneapolis ins Visier genommen, ohne jedoch belastbare Hinweise vorlegen zu können.
Historischer Kontext: Vorangegangene Razzien und Gewalt
Die aktuellen Durchsuchungen erinnern an die umstrittene „Operation Metro Surge“ im vergangenen Jahr, bei der rund 2.000 Bundesbeamte in Minneapolis eingesetzt wurden. Dabei kam es zu schweren Vorfällen: Die 36-jährige Renee Good und der 27-jährige Alex Pretti wurden getötet, Tausende Migranten wurden misshandelt oder festgenommen. Auch damals blieben die Ermittlungen ohne konkrete Ergebnisse.
Ähnlich wie bei Shirley endeten auch die heutigen Razzien ohne Festnahmen. Die Behörden durchsuchten eine Kita bereits um 6 Uhr morgens, fanden jedoch keine Beweise für strafbare Handlungen.
Reaktionen und Kritik
Bürgerrechtsorganisationen und lokale Gemeinschaften äußerten sich besorgt über die erneuten Durchsuchungen. Kritiker sehen darin eine Fortsetzung der diskriminierenden Politik gegen somalische Einwanderer und fordern eine unabhängige Aufklärung der Vorwürfe.
„Diese Razzien sind ein weiterer Versuch, eine Minderheitengruppe zu stigmatisieren, ohne dass es handfeste Beweise gibt.“ – Bürgerrechtler
Ausblick: Weitere Ermittlungen angekündigt
Die Behörden betonten, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Ob es zu weiteren Maßnahmen kommt, bleibt abzuwarten. Die Vorwürfe gegen somalische Amerikaner wurden bisher nicht bestätigt.