FIA will V8-Motoren zurück in die Formel 1 bringen
Die Internationale Automobil-Föderation (FIA) plant die Rückkehr der klassischen V8-Motoren in die Formel 1. Laut FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem könnte die Umstellung bereits ab 2030 erfolgen. Die aktuellen Hybrid-V6-Triebwerke würden dann durch leicht elektrifizierte V8-Motoren ersetzt.
Ende einer Ära: V8 dominierten bis 2013
Seit 2014 setzt die Formel 1 auf 1,6-Liter-Turbo-V6-Motoren mit starkem Hybrid-Anteil. Diese Entscheidung war von Anfang an umstritten und sorgt aktuell für zunehmende Kritik, da die Abhängigkeit von elektrischer Energie weiter gestiegen ist. Die FIA räumt ein, mit den aktuellen Regularien einen Fehler gemacht zu haben und will nun gegensteuern.
Die letzten V8-Motoren in der Formel 1 waren bis 2013 im Einsatz. Damals dominierten hochdrehende 2,4-Liter-Saugmotoren ohne Hybrid-Technik – eine Ära, die von enthusiastischen Fans und einem unverwechselbaren Sound geprägt war. Seit Jahren gibt es Forderungen nach leistungsstärkeren Motoren mit größerer Hubraumkapazität.
FIA setzt auf schnelle Lösung – Hersteller müssen zustimmen
Ben Sulayem betonte während des Miami Grand Prix, dass die Rückkehr der V8-Motoren unvermeidbar sei:
"Es wird kommen. Am Ende ist es eine Frage der Zeit. 2031 hätte die FIA die Macht, dies ohne Zustimmung der Motorenhersteller umzusetzen. Aber wir wollen es ein Jahr früher schaffen – so wie es die Fans jetzt fordern."
Damit die Umstellung bereits 2030 erfolgen kann, müssen mindestens vier der sechs aktuellen Motorenhersteller zustimmen. Dazu gehören Mercedes, Honda, Ferrari, GM, Audi und Red Bull. Falls keine Einigung erzielt wird, behält sich die FIA vor, die V8-Motoren 2031 zwangsweise einzuführen – unabhängig von der Herstellermeinung.
Ben Sulayem zeigte sich zuversichtlich:
"Ich bin sicher, dass alle das wollen. Aber selbst wenn die Hersteller nicht zustimmen, wird es 2031 passieren. Die V8 kommen – das ist beschlossen."
In einem Interview ergänzte er, dass die neuen V8-Motoren mit minimaler Elektrifizierung kombiniert werden sollen.
Risiko: Hersteller könnten Formel 1 verlassen
Die Rückkehr zu V8-Motoren könnte jedoch auch negative Folgen haben. Einige Hersteller wie GM, Audi und Ford (über die Partnerschaft mit Red Bull) waren erst durch die Fokussierung auf Hybrid-Technologie für die Formel 1 gewonnen worden. Ein Rückschritt zu V8-Motoren könnte sie zum Ausstieg bewegen.
Die Formel 1 steht damit vor einer entscheidenden Weichenstellung: Soll sie auf bewährte Technik setzen und damit die Fans begeistern – oder den eingeschlagenen Weg der Elektrifizierung weiterverfolgen?