Neue Forschungsergebnisse entkräften Mythen über Fluorid
Eine aktuelle, großangelegte Studie kommt zu dem Schluss, dass Fluorid im Trinkwasser weder den IQ von Kindern noch die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Erwachsener beeinträchtigt. Die Ergebnisse wurden am 13. April in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.
Kein Zusammenhang mit kognitiven Fähigkeiten
Die Studie analysierte Daten von über 10.000 Teilnehmern aus dem Wisconsin Longitudinal Study, die seit 1957 begleitet werden. Die Probanden absolvierten IQ-Tests mit 16 Jahren und weitere kognitive Tests im Alter von 53, 64, 72 und 80 Jahren. Die Forscher fanden keine Unterschiede zwischen Personen, die fluoridiertes Wasser konsumierten, und denen, die nicht fluoridiertes Wasser tranken.
„Wir finden keine Belege dafür, dass die Fluoridierung von Trinkwasser mit einem niedrigeren IQ bei Jugendlichen oder einer verminderten kognitiven Funktion bei Erwachsenen in Verbindung steht.“
Widerspruch zu früheren Annahmen
Die neuen Erkenntnisse stehen im Gegensatz zu früheren Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Fluorid und IQ-Werten bei Kindern vermuteten. Diese Untersuchungen wurden jedoch in Ländern wie China durchgeführt, wo die Fluoridkonzentration im Trinkwasser deutlich höher ist als in den USA.
Experten bestätigen Sicherheit von Fluorid
Scott Tomar, Sprecher der American Dental Association und Professor an der Universität von Illinois Chicago, betont die Bedeutung der Studie:
„Trotz verbreiteter Fehlinformationen zeigt die beste verfügbare Evidenz, dass die Fluoridierung von Trinkwasser keine Auswirkungen auf IQ, Kognition oder andere neurologische Entwicklungen hat.“
Auch Danelle Fisher, Kinderärztin am Providence Saint John’s Health Center in Santa Monica, unterstützt die Ergebnisse:
„Die Studie bestätigt, dass die Verwendung von Fluorid in angemessenen Mengen keine nachweisbaren Auswirkungen auf den IQ hat. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, Fluorid im Trinkwasser zu belassen.“
Fluorid bleibt wichtig für die Zahngesundheit
Trotz der neuen Erkenntnisse bleibt Fluorid ein entscheidender Faktor für die Vorbeugung von Karies und Zahnschäden. Eine gute Zahngesundheit wirkt sich direkt auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Gesundheitsbehörden empfehlen weiterhin die Fluoridierung von Trinkwasser als sichere und effektive Maßnahme.
Hintergrund: Fluoridierung in den USA
- Seit den 1940er-Jahren wird in den USA Trinkwasser in vielen Regionen fluoridiert.
- Die CDC und die American Dental Association unterstützen diese Praxis als eine der zehn wichtigsten öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen des 20. Jahrhunderts.
- Die empfohlene Fluoridkonzentration in Trinkwasser liegt bei 0,7 mg/L.
Fazit: Wissenschaftliche Klarheit trotz Kontroversen
Die neue Studie liefert wichtige Erkenntnisse und entkräftet Bedenken hinsichtlich negativer Auswirkungen von Fluorid auf die Gehirnfunktion. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung von Fluorid für die Zahngesundheit. Die Debatte um Fluoridierung bleibt jedoch ein kontroverses Thema, das weiterhin wissenschaftlich untersucht werden muss.