Der Boom gebrauchter Elektroautos: Warum die Preise sinken
Der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge (EVs) wächst rasant. Im März 2024 stiegen die Verkäufe um 27,7 % im Vergleich zum Vorjahr – ein Plus von sogar 53,9 % gegenüber Februar. Dieser Trend ist kein Zufall, sondern Ergebnis mehrerer Faktoren.
Mehr Leasingrückläufer, mehr Angebot
Joseph Yoon, Analyst bei Edmunds, erklärt den Anstieg: „Die meisten Leasingverträge wurden Ende 2022 und 2023 abgeschlossen. Da die meisten Leasingdauern drei Jahre betragen, kommen nun massenhaft Fahrzeuge zurück auf den Markt.“
Diese Rückläufer haben bereits den Großteil ihrer Wertminderung durchlebt. Für Käufer bedeutet das: attraktive Preise. Im März 2024 waren 44 % der verkauften gebrauchten EVs für unter 25.000 US-Dollar erhältlich.
Preisparität mit Verbrennern rückt näher
Früher dominierten nur wenige Hersteller den EV-Markt. Heute drängen immer mehr Marken mit gebrauchten Elektroautos auf den Markt – das Angebot wächst, die Preise sinken. Laut Cox Automotive lag der durchschnittliche Verkaufspreis eines gebrauchten EVs im März bei 34.653 US-Dollar. Zum Vergleich: Gebrauchte Verbrenner kosteten im Schnitt 33.641 US-Dollar. Die Lücke schließt sich.
Versteckte Kosten: Reparaturen, Versicherungen und mehr
Doch günstige Anschaffungspreise sind nur die halbe Wahrheit. Experten warnen vor höheren Folgekosten:
- Reparaturen: Ersatzteile für EVs sind oft teurer als für Verbrenner. Spezialisierte Werkstätten und seltener verfügbare Komponenten treiben die Kosten in die Höhe.
- Versicherungen: Die Prämien für Elektroautos liegen im Schnitt höher, da Reparaturen aufwendiger und teurer sind.
- Unfallschäden: Selbst kleinere Unfälle können bei EVs zu hohen Reparaturkosten führen, da Batterien und Hochvoltkomponenten betroffen sein können.
Ladeinfrastruktur: Ein entscheidender Faktor
Während das Laden zu Hause günstig ist – laut Kelley Blue Book kostet eine monatliche Fahrleistung von 1.633 Kilometern mit Heimladestation etwa 59,66 US-Dollar –, sieht die Rechnung bei öffentlicher Schnellladung anders aus. Hier steigen die Kosten auf 169 US-Dollar pro Monat. Zum Vergleich: Ein Verbrenner mit 12 Litern Verbrauch auf 100 Kilometern würde etwa 147,24 US-Dollar an Spritkosten verursachen.
Fazit: Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten EVs?
Gebraucht-Elektroautos werden immer erschwinglicher und das Angebot wächst. Doch Käufer sollten die versteckten Kosten nicht unterschätzen. Wer langfristig sparen will, muss die Gesamtkosten – von Reparaturen bis zum Laden – genau prüfen. Der Markt entwickelt sich positiv, doch eine fundierte Entscheidung erfordert mehr als nur einen Blick auf den Kaufpreis.