Washington – Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich erneut mit Senator Mark Kelly (Demokraten) angelegt. Diesmal warf er Kelly vor, in einem TV-Interview vertrauliche Informationen über den Munitionsverbrauch der US-Streitkräfte im Iran-Konflikt preisgegeben zu haben.
Kelly erklärte am Sonntag in der CBS-Sendung Face the Nation, es sei „erschreckend, wie stark unsere Munitionsvorräte bereits aufgebraucht sind“. Er betonte: „Wir haben enorme Mengen an Munition verschossen – und das macht die Amerikaner weniger sicher.“ Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, etwa mit China im Pazifik, könnten die Bestände nicht schnell genug aufgefüllt werden.
Hegseth reagierte prompt auf der Plattform X (ehemals Twitter) und warf Kelly vor, gegen seinen Amtseid verstoßen zu haben: „Captain Mark Kelly macht wieder Schlagzeilen. Jetzt labert er in einer TV-Sendung (falsch und dumm) über eine GEHEIME Pentagon-Besprechung, die er besucht hat.“ Er kündigte an, dass das Justiziariat des Verteidigungsministeriums prüfen werde, ob Kelly gegen seine Schweigepflicht verstoßen habe.
Doch Kelly konterte scharf: „Wir haben diese Diskussion erst vor einer Woche in einer öffentlichen Anhörung geführt – und Sie sagten damals, es würde ‚Jahre‘ dauern, bis die Bestände wieder aufgefüllt sind. Das ist kein Geheimnis, das ist ein Zitat von Ihnen.“ Weiter kritisierte er: „Dieser Krieg kostet uns viel – und weder Sie noch der Präsident haben den Amerikanern erklärt, worin das Ziel besteht.“
Der Konflikt zwischen den beiden eskalierte bereits im vergangenen Jahr. Hegseth hatte Kelly damals wegen einer Video-Botschaft mit anderen ehemaligen Militärs im Kongress rügen lassen. In dem Video warnten sie Soldaten davor, „illegale Befehle“ aus der Trump-Administration zu befolgen. Hegseth versuchte damals, Kellys Pensionsansprüche zu kürzen – doch ein Bundesberufungsgericht lehnte dies kürzlich ab. Dies könnte Hegseths aktuelle Kampagne gegen Kelly weiter anheizen.