Der Mann, der Ikeas Design prägt
Mit fast 30 Jahren Erfahrung bei Ikea und einem markanten sechs Zoll langen Bart ist Johan Ejdemo eine prägende Figur des schwedischen Möbelgiganten. Seit 2022 leitet er als Designchef ein internationales Team aus 20 festen und zahlreichen freiberuflichen Designern. Gemeinsam entwickeln sie jährlich 1.500 bis 2.000 neue Produkte – viele davon entstehen über Jahre, manche sogar über ein Jahrzehnt im Voraus.
Bei einem exklusiven Besuch im Prototypenlabor des Ikea-Hauptsitzes in Älmhult, dem Geburtsort des Unternehmens, erklärte Ejdemo, worauf es bei der Gestaltung der Produkte für 2026 ankommt. Sein Fokus liegt nicht auf einzelnen Möbelstücken, sondern auf Materialien, emotionalen Reaktionen und dem Prinzip des demokratischen Designs: hochwertige Produkte zu minimalen Preisen durch präzise Optimierung.
„Wir sind sehr nerdig. Wir gehen in die Tiefe der Details.“
Johan Ejdemo, Designchef bei Ikea
Nachhaltigkeit und Emotionen als Treiber
Die größte Veränderung in der Produktgestaltung sieht Ejdemo in der Kreislaufwirtschaft. Dieser Ansatz durchzieht die gesamte Wertschöpfungskette – von der Materialauswahl bis zur späteren Wiederverwertung. Doch es geht nicht nur um Ökologie, sondern auch um Emotionen: Optimismus, Spielfreude und menschliche Interaktion stehen im Mittelpunkt der aktuellen Kollektionen und werden in Zukunft noch stärker betont.
„Es geht nicht nur um Albernheit oder bunte Farben“, erklärt Ejdemo. „Auch natürliche Materialien und Wärme spielen eine zentrale Rolle. Es gibt viele Dimensionen, die wir berücksichtigen.“ Besonders wichtig ist dabei die Balance zwischen Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit.
Herausforderungen bei großen Möbeln
Trotz aller Kreativität gibt es praktische Hürden: Große und sperrige Möbel bleiben eine Herausforderung. „Diese Produkte sind teuer in der Herstellung und im Transport“, so Ejdemo. „Wir müssen besonders klug konstruieren, um Material und Kosten zu sparen.“ Dennoch ist Ikea in Bereichen wie Matratzen und Sofas bereits führend: „Wir schaffen Premium-Komfort auf materialeffiziente Weise.“
Die Zukunft des Wohnens
Ejdemos Vision geht über einzelne Produkte hinaus. Sein Team arbeitet an Lösungen, die das Wohngefühl verbessern – sei es durch innovative Materialien, modulare Systeme oder interaktive Elemente. „Unser Ziel ist es, Möbel zu schaffen, die nicht nur funktional, sondern auch emotional ansprechend sind“, betont er.
Mit diesem Ansatz bleibt Ikea seinem Motto treu: „Ein besserer Alltag für die vielen Menschen“. Und das gelingt offenbar besonders gut, wenn man dabei ,,sehr nerdig'' an die Sache herangeht.