John Magaro setzt sich in seinem neuen Film „Omaha“ mit der Frage auseinander, was Männlichkeit heute bedeutet. „Ich bin im Mittleren Westen aufgewachsen – in Cleveland, Ohio – zu einer Zeit, in der Jobs verschwanden und das klassische Bild von Männlichkeit für Arbeiterfamilien ins Wanken geriet“, erzählt er im Gespräch mit TheWrap. „Ich weiß, wie schwer es für diese Männer ist, um Hilfe zu bitten.“
Diese Erfahrungen inspirierten Magaro zu seiner Rolle in „Omaha“, einem Drama von Regisseur Cole Webley und Drehbuchautor Robert Machoian. Der Film feierte seine Premiere beim Sundance Film Festival 2025 und kam am Freitag in die US-Kinos. Magaro spielt darin einen Vater, der nach dem Verlust seines Zuhauses während der Finanzkrise 2008 mit seinen beiden Kindern (Ella und Charlie) und dem Hund eine Roadtrip durch den Mittleren Westen unternimmt.
„Mir gefällt, dass er einfach nur ‚Dad‘ heißt“, sagt Magaro. „Das sagt so viel aus. Es zeigt die Perspektive aus Ellas Sicht – wie Kinder ihre Eltern oft als geheimnisvolle Überlebenskünstler wahrnehmen. Man weiß so wenig über sie, bis man merkt, dass auch sie kämpfen.“
Magaro kennt diese Dynamik aus eigener Erfahrung. Mit etwa zwölf Jahren erlebte er, wie sein Vater – ein Lehrer aus Ohio – plötzlich nicht mehr der unerschütterliche Fels in der Brandung war. „Für uns Kinder war er einfach unser Vater – stark, unantastbar. Erst als Erwachsener erfuhr ich von seinen Kämpfen, insbesondere mit Alkoholismus“, erzählt er. „Das war ein Familiengeheimnis. Mein Vater bat nie um Hilfe. Er gehörte zu einer Generation, die Schwäche nicht zeigen durfte.“
Genau wie die Figur in „Omaha“ scheiterte sein Vater schließlich an seinen ungelösten Problemen. „Als Elternteil weiß ich heute, wie fehlerhaft wir alle sind. Aber es ist ein Schock, wenn man merkt, dass die eigenen Eltern nicht die unzerbrechlichen Säulen sind, als die man sie sah“, sagt Magaro. „Mein Vater konnte sich nie die Hilfe holen, die er brauchte.“
Warum der Film Magaro besonders berührte
Nach den Dreharbeiten zu „September 5“ in Deutschland wollte Magaro eigentlich eine Pause einlegen. Doch zwei Freunde überredeten ihn, das Drehbuch von Robert Machoian zu lesen. „Das ist eine unglaubliche Geschichte mit tiefgründigen Charakteren. Etwas, das ich noch nie gemacht habe“, sagt er. „Am Ende war ich zutiefst erschüttert und wusste: Das muss ich spielen.“
„Omaha“ läuft aktuell in ausgewählten US-Kinos und wird von Greenwich Entertainment vertrieben. Der Film wirft nicht nur Fragen nach Vaterbildern und finanzieller Not auf, sondern zeigt auch, wie neue Formen von Stärke entstehen – wenn Männer lernen, über ihre Ängste zu sprechen.