Jon Favreau, bekannt als Regisseur von Blockbustern wie Iron Man und Das Dschungelbuch, setzt seit Jahren auf innovative Technologien für seine Filmproduktionen. Bereits bei The Mandalorian für Disney+ gehörte er zu den Pionieren, die ILM’s riesige LED-Wände – auch „The Volume“ genannt – nutzten, um realistischere Beleuchtung und Hintergründe auf Studio-Sets zu erzeugen.

Apple Vision Pro für IMAX-Vorschau

Für den Kinofilm The Mandalorian & Grogu, der am 22. Mai in die Kinos kommt, entwickelte Disney eigens eine App für das Apple Vision Pro. Damit konnte Favreau Szenen bereits während der Dreharbeiten im vollen IMAX-Format begutachten. „Ich drehe einen IMAX-Film, schaue aber auf einen Fernseher – egal wie groß dieser ist, es ist kein IMAX-Bildschirm“, erklärte er in einer aktuellen Folge des Podcasts The Town.

Mit der neuen Software konnte Favreau durch die VR-Brille eine IMAX-Kinoleinwand simulieren und so das Bildverhältnis direkt am Set überprüfen. „Ich kann mir die Aufnahme ansehen und sehen, was die Zuschauer später sehen werden“, so der Regisseur.

Erster Einsatz für IMAX-Produktion

Favreau ist nicht der erste Regisseur, der das Apple Vision Pro nutzt – Jon Chu (Regisseur von Wicked) setzte es bereits für Postproduktionsarbeiten ein. Doch Favreau ist der erste, der explizit den Einsatz für IMAX-Produktionen erwähnt. Zwar ist dies noch ein Nischenanwendungsfall, könnte aber für zukünftige Filmemacher von Interesse sein.

Mit seinem großen Sichtfeld und den scharfen Mikro-OLED-Displays bietet das Apple Vision Pro eine der wenigen Möglichkeiten, das Erlebnis eines großen IMAX-Bildschirms auch zu Hause nachzuahmen. Die Meta Quest 3 kommt hier als weitere Option infrage.

Favreau setzt auf bewährte Technologien statt KI

Generell zeigt sich Favreau begeistert von der Nutzung bestehender Verbrauchertechnologien im Filmproduktionsprozess. Er erwähnt den Einsatz der Unreal Engine, um Spezialeffekte bereits vorab zu visualisieren – eine Methode, die er auch bei früheren Projekten wie The Mandalorian anwandte. Langfristig könnte die Qualität von Spiel-Engines sogar ausreichen, um direkt in die finalen Produktionen übernommen zu werden.

„Genau das hat die Animationsbranche von Anfang an verstanden: Erst das Richtige festlegen, bevor man auch nur einen Pinselstrich setzt.“

Favreau betont, dass er sich mehr für den Einsatz etablierter Technologien interessiert als für künstliche Intelligenz. Sein Fokus liegt darauf, bewährte Tools zu nutzen, um kreative Prozesse zu optimieren – ohne dabei auf experimentelle, aber unausgereifte Lösungen zu setzen.

Quelle: Engadget