Kaliforniens Wirtschaft im Abwärtssog

Die geplante „Milliardärssteuer“ und die hohen Spritpreise halten Kalifornien in den Schlagzeilen. Doch die eigentliche Krise liegt tiefer: ständig steigende Steuern und immer mehr Regulierungen machen den US-Bundesstaat für Unternehmen und Bürger unattraktiv. Die Folgen sind dramatisch: Jobwachstum halb so schnell wie im Rest der USA, schrumpfende Wirtschaft und eine wachsende Abwanderungswelle.

Wirtschaftliche Talfahrt: Kalifornien fällt hinterher

Laut einer Studie des Pacific Research Institute (PRI) hat Kalifornien seine wirtschaftliche Führungsrolle verloren. Seit der Pandemie wächst die Wirtschaft nur halb so schnell wie im nationalen Durchschnitt. Die Studie von Wayne Winegarden und Kerry Jackson zeigt: Hätte Kalifornien 2021 nicht an Wirtschaftskraft eingebüßt, wäre das Bruttoinlandsprodukt heute um 4,6 % höher – das entspricht 14.000 Dollar mehr pro Haushalt.

Besonders alarmierend: Kaliforniens Anteil an der US-Wirtschaft ist seit 2021 von einem Höchststand auf nun 13,8 % gesunken und stagniert. Die Autoren warnen: „Die staatlichen Rahmenbedingungen ersticken Innovation und Wachstum.“

Abwanderung: Reiche und Unternehmen sagen Kalifornien Ade

Schon vor der aktuellen Krise verlor Kalifornien Einwohner – vor allem an andere Bundesstaaten. Zwischen 2010 und 2024 wanderten fast 10 Millionen Menschen aus Kalifornien ab, während nur 7 Millionen zuzogen, wie das Public Policy Institute of California (PPIC) berichtet. Besonders betroffen sind einkommensstarke Haushalte, die vor hohen Steuern und Lebenshaltungskosten fliehen.

Die geplante 5 %-Reichensteuer (mit Option auf höhere Sätze) beschleunigt diesen Trend. Prominente wie Mark Zuckerberg, Larry Page und Sergey Brin haben bereits ihren Wohnsitz verlegt. Der Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya schätzte, dass vor dem Stichtag 1. Januar 2024 eine Billion Dollar an Vermögen Kalifornien verließen, um der Steuer zu entgehen.

Unternehmen fliehen: Tesla, Chevron & Co. wechseln den Staat

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Konzerne verlassen Kalifornien. Tesla verlegte seinen Hauptsitz nach Texas, Chevron folgte. Selbst große Immobilienfirmen wie CBRE Group und Tech-Unternehmen wie Palantir (zuerst nach Denver, dann nach Miami) suchten sich neue Standorte. Die Gründe: hohe Betriebskosten, bürokratische Hürden und ein innovationsfeindliches Klima.

Die Folgen für den Arbeitsmarkt sind verheerend: Seit Februar 2020 wuchs die Beschäftigung in Kalifornien weniger als halb so schnell wie im US-Durchschnitt. Im privaten Sektor – der Motor für Innovation und Wohlstand – schrumpft die Zahl der Jobs sogar, wie Winegarden und Jackson betonen: „Außer im Gesundheitssektor gibt es keine nennenswerten Zuwächse.“

Gründe für die Abwanderung: Hohe Kosten und schlechte Politik

Die Studie identifiziert die Hauptgründe für die Krise: extrem hohe Wohnkosten, teure Energie, überteuerte Lebenshaltungskosten und überbordende Steuern. Diese Faktoren überkompensieren selbst hohe Einkommen. 21 % der Kalifornier überlegen laut PPIC, den Staat zu verlassen – vor allem wegen mangelnder gut bezahlter Jobs.

„Kalifornien hat seine Wettbewerbsfähigkeit verspielt. Die Politik erstickt unternehmerische Freiheit und treibt Investoren in andere Bundesstaaten.“

— Wayne Winegarden, PRI-Ökonom

Fazit: Kalifornien steht vor einer Zerreißprobe

Die Daten zeigen ein klares Bild: Kaliforniens Modell der permanenten Steuererhöhungen und Regulierungswut führt zu wirtschaftlichem Niedergang. Während andere US-Bundesstaaten boomen, verliert Kalifornien an Einfluss – mit langfristigen Folgen für den Wohlstand seiner Bürger. Die Frage ist: Kann die Politik diesen Abwärtstrend noch stoppen?

Quelle: Reason