Der TikTok-Phänomen Khaby Lame (161 Millionen Abonnenten) hat mit einem angeblichen 975-Millionen-Dollar-Deal Schlagzeilen gemacht – doch nun deutet alles darauf hin, dass die Vereinbarung entweder geplatzt ist oder zumindest auf Eis liegt. Was steckt wirklich dahinter?
Der umstrittene Deal mit Rich Sparkle Holdings
Laut Berichten sollte der Hongkonger Finanzdienstleister Rich Sparkle Holdings exklusive Rechte an Lames KI-Doppelgänger für 36 Monate erhalten. Das Unternehmen, das bisher keine Erfahrung mit Content-Creators hatte, wollte die KI für E-Commerce-Kampagnen nutzen.
Doch es gibt ein Problem: Offiziell wurde der Deal nie abgeschlossen. Zwar veröffentlichte Rich Sparkle zunächst eine Pressemitteilung, doch seitdem hat sich die Lage geändert. Lame hat den Aktien-Ticker des Unternehmens von seinen Social-Media-Profilen entfernt, und Handelsplattformen wie ETrade und Merrill Lynch haben den Handel mit den Aktien eingeschränkt oder sogar blockiert.
Experten zweifeln an der Seriosität
„Ich halte das Ganze für einen Betrug. Die Zahlen sind einfach zu hoch, die Warnsignale zu zahlreich, und Lames Schweigen ist auffällig.“
Henry Carter, Managing Partner bei Jamestown Capital
Carter und andere Beobachter gehen davon aus, dass Lame selbst kaum etwas von dem Deal wusste. Seine bisherigen Partnerschaften waren stets auf Unterhaltung ausgerichtet – nicht auf riskante Geschäfte wie Krypto oder fragwürdige Finanzprodukte.
Warum dieser Fall die Kreativbranche erschüttert
Der Fall wirft mehrere Fragen auf, die die Creator-Economy derzeit bewegen:
- Überbewertung ungetesteter Technologien: 975 Millionen Dollar für einen KI-Doppelgänger – ein Betrag, der selbst für etablierte Tech-Unternehmen kaum zu rechtfertigen ist.
- KI-Avatare als Trend: Immer mehr Creator setzen auf digitale Abbilder, doch die Risiken sind oft unklar.
- Equity statt Cash: Lame sollte Aktien statt Bargeld erhalten – ein Modell, das bei jungen Creators beliebt, aber auch riskant ist.
Vor allem zeigt der Fall, wie jung und unberechenbar die Creator-Economy noch ist. Viele Stars suchen nach stabilen Partnern, die ihnen beim Wachstum helfen – doch genau solche Deals können schnell in die falsche Richtung gehen.
Was kommt als Nächstes?
Während die Unsicherheit um Lames Deal wächst, könnten sich seriösere Kooperationen durchsetzen. Die Branche steht vor einem Wendepunkt: Creators brauchen verlässliche Partner, um ihre Marken langfristig aufzubauen. Hollywood hat hier bereits Erfahrung – doch die Kreativwirtschaft muss noch lernen, wie sie mit solchen Mega-Deals umgeht.
Weitere Entwicklungen in der Creator-Economy
Nicht nur Lames Deal sorgt für Diskussionen: Auch Snap Inc. hat kürzlich angekündigt, rund 1.000 Jobs (16 % der Belegschaft) zu streichen, um Kosten zu senken. Zudem werden über 300 geplante Neueinstellungen gestrichen. Die Aktienmärkte reagierten mit Kursverlusten.