Die Gewerkschaft SAG-AFTRA hat nach der Genehmigung durch ihren nationalen Vorstand die Einzelheiten eines vorläufigen Tarifabkommens mit den großen Hollywood-Studios und der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) veröffentlicht. Wie bereits beim kürzlich ratifizierten Abkommen der Writers Guild of America (WGA) gilt die Vereinbarung für vier Jahre – statt der üblichen drei.
Fusion der Pensionspläne und höhere Studiobeiträge
Ein zentraler Bestandteil des Abkommens ist die Zusammenlegung des SAG-Producers Pension Plan und des AFTRA Retirement Fund zu einem einzigen Pensionsfonds. Zudem wird der Beitragssatz der Studios um ein Prozent erhöht. Die Fusion soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Neue KI-Regelungen für synthetische Darsteller
Im Bereich Künstliche Intelligenz führt das Abkommen strengere Richtlinien für den Einsatz von „synthetischen Darstellern“ ein – also von KI-generierten Performern, die nicht auf realen Personen basieren. Dazu gehören folgende Punkte:
- Priorität für menschliche Darsteller: KI-Darsteller dürfen nur dann in einer Rolle eingesetzt werden, die eigentlich von einem Menschen gespielt werden soll, wenn sie einen „signifikanten zusätzlichen Mehrwert“ bieten.
- Schutz digitaler Repliken: Die digitalen Abbilder von Darstellern dürfen während eines Streiks nicht für Produktionen genutzt werden, an denen die Gewerkschaft nicht beteiligt ist.
- Schutz für Minderjährige: Besondere Regelungen zum Einsatz digitaler Repliken von Kindern.
- Begründungsplicht: Studios müssen einen nachvollziehbaren geschäftlichen Grund vorlegen, um eine Person für eine digitale Replik zu scannen.
In einer Stellungnahme betonte Duncan Crabtree-Ireland, nationaler Geschäftsführer und Chefunterhändler von SAG-AFTRA: „Dieses Abkommen ist ein Beweis für die außergewöhnliche Einheit und Entschlossenheit unserer Mitglieder. Ich bin stolz, ein Ergebnis vorlegen zu können, das in allen Bereichen – von den Sozialleistungen über Künstliche Intelligenz bis hin zu Residualzahlungen – spürbare Verbesserungen bringt.“
Hintergrund der Verhandlungen
SAG-AFTRA begann als erste Gewerkschaft im Februar mit den Verhandlungen und führte fünf Wochen lang Gespräche mit der AMPTP, bevor sie eine Pause einlegte, um den Studios Raum für Verhandlungen mit der WGA zu geben. Die Verhandlungen wurden am 27. April wiederaufgenommen und führten am 2. Mai zur Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens.