Betrüger missbrauchen politische Spannungen im Persischen Golf
Kriminelle nutzen die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran, um Schiffseigner mit gefälschten Freigabeangeboten zu erpressen. Laut einem Bericht von Reuters warnt die griechische Schifffahrtsrisikomanagement-Firma MARISKS vor betrügerischen Nachrichten, die Schiffen gegen Zahlung von Kryptowährungen wie Tether (USDT) und Bitcoin (BTC) sichere Passage versprechen.
Iranische Behörden fordern Krypto-Zahlungen für Durchfahrt
Die Betrüger nutzen die Verwirrung um die Sperrung und die Ankündigung des Iran aus, Kryptowährungen als Maut für die Durchfahrt zu akzeptieren. Am 8. April erklärte Hamid Hosseini, Sprecher des iranischen Ölexporteureverbands, dass Schiffseigner per E-Mail kontaktiert würden und eine BTC-Zahlung für die Passage leisten müssten.
Diese Aussage ist jedoch irreführend: Bitcoin-Transaktionen benötigen mehrere Minuten, sind nachverfolgbar und können von US-Sanktionen betroffene Wallets nicht umgehen.
Chaos in der Straße von Hormus
Die Situation in der strategisch wichtigen Meerenge bleibt unberechenbar. Nach einer kurzen Öffnung am 18. April wurde die Straße erneut gesperrt, nachdem die USA eine Blockade verhängt hatten. Iranische Streitkräfte eröffneten das Feuer auf zwei indische Schiffe, die glaubten, eine Freigabe erhalten zu haben. Ein Video zeigt die verzweifelten Funkgespräche der Besatzung des Öltankers Sanmar Herald.
Laut Berichten sind derzeit 20.000 Schiffe im Persischen Golf blockiert. Während einer kurzen Öffnung der Straße konnten einige Kreuzfahrtschiffe fliehen, wurden jedoch ebenfalls beschossen. Die USA beschlagnahmten kürzlich ein iranisches Containerschiff, das versucht hatte, die Blockade zu durchbrechen.
Diplomatische Bemühungen und unsichere Zukunft
Zwischen den USA und dem Iran fanden letzte Woche Verhandlungen statt, die zu einer 10-tägigen Waffenruhe führten. Diese endet jedoch bereits morgen. Weitere Gespräche sind für diese Woche geplant. Während einige asiatische Länder wie Pakistan, Indien und die Philippinen die Passage nutzen dürfen, bleibt die Situation für andere unsicher.
China, dessen Schiffe reportedly sicher passieren konnten, fordert die dauerhafte Öffnung der Straße. Präsident Xi Jinping betonte die Bedeutung der freien Schifffahrt in der Region.
Warnung vor Krypto-Betrug
„Diese spezifischen Nachrichten sind ein Betrug.“ – MARISKS
Hintergrund: Eskalation im Persischen Golf
Die aktuelle Krise begann mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran im März. Als Reaktion darauf drohte der Iran, die Straße von Hormus zu schließen und Schiffe zu beschießen, die die Sperrzone durchqueren. Die Ankündigung, Kryptowährungen als Maut zu akzeptieren, verschärfte die Verwirrung zusätzlich.
Experten warnen, dass Betrüger die Unsicherheit ausnutzen, um ahnungslose Schiffseigner zu erpressen. MARISKS rät zur Vorsicht und empfiehlt, alle Nachrichten auf ihre Authentizität zu überprüfen.