Nach dem offiziellen Start des MEGA-Tokens von MegaETH geraten Liquidity Provider (LPs) in Aufruhr. Grund ist der Vorwurf, dass die dezentrale Börse (DEX) Kumbaya ohne vorherige Ankündigung die Hälfte der Handelsgebühren einbehält. Laut Daten von DeFiLlama beliefen sich die Einnahmen des Protokolls allein zwischen dem 30. April und 1. Mai auf über 375.000 US-Dollar.
Die Empörung der Nutzer entzündete sich an der fehlenden Transparenz. Viele entdeckten die Gebühren erst durch On-Chain-Daten, nachdem die Informationen auf der Plattform selbst nicht verfügbar waren. Ein Nutzer berichtete zudem, dass Kumbaya monatelang mit einem Logo in der Benutzeroberfläche suggeriert habe, LPs würden nach dem MEGA-Launch Punkte oder Tokens erhalten – ein Hinweis, der später ohne Erklärung entfernt wurde.
Ein weiterer Nutzer kritisierte die engen Verbindungen zwischen Kumbaya und der MegaETH Foundation und riet LPs, zur Konkurrenz wie Prism zu wechseln, die nur 25% der Gebühren einbehält. Im Vergleich dazu gilt Kumbayas 50%-Modell als übermäßig hoch und profitiert von der erhöhten Handelsaktivität rund um den MEGA-Launch.
Während einige Nutzer die fehlende Vorabinformation als Betrug werten, argumentiert der Krypto-Anwalt Gabriel Shapiro, dass der Code selbst die Offenlegung darstelle. Er betonte, dass DeFi gerade darauf basiere, dass der Quellcode öffentlich einsehbar sei.
Seit dem Launch hat der MEGA-Token etwa 25% seines Wertes verloren, bei einer vollständig verwässerten Marktkapitalisierung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
Kumbaya nach Sicherheitsvorfall als „sicher“ eingestuft
Nach massiver Kritik reagierte Kumbaya mit einer Stellungnahme und kündigte an, die Dokumentation sowie Details zum Gebührenmodell am Folgetag zu aktualisieren. Stunden später erklärte das Team die Plattform trotz eines Sicherheitsalarms, der durch „böswillige manuelle Meldungen“ ausgelöst worden sei, für sicher nutzbar. Betroffen waren offenbar verärgerte Nutzer.
„Der Terminal-DEX von MegaETH nimmt 50% meiner LP-Gebühren. Ich habe ihnen heute Morgen 4.000 US-Dollar gegeben.“
— GREEN JEFF (@jeffthedunker), 30. April 2026
Vergangene Pannen bei MegaETH
Dies ist nicht das erste Mal, dass MegaETH mit Problemen konfrontiert ist. Bereits im November sorgte ein „Pre-Deposit-Event“ für Chaos. Trotz der Ankündigung, eine Echtzeit-Blockchain mit 100.000 Transaktionen pro Sekunde und Blockzeiten unter 10 Millisekunden zu sein, scheiterte der Event an einem überlasteten KYC-Prozess. Die anfängliche Kapazität von 250 Millionen US-Dollar war innerhalb von drei Minuten erschöpft. Als Reaktion verdoppelte das Team die Kapazität auf 500 Millionen US-Dollar – doch ein Nutzer namens chud.eth führte die Transaktion vorzeitig aus, bevor das Team den Fehler rückgängig machen konnte. Später entschuldigte sich das Team mit der Aussage, der Verantwortliche sei mit einer bestimmten Safe-Funktion nicht vertraut gewesen.