Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verstärken ihre militärische Abwehrfähigkeiten mit Hochenergie-Laserwaffen. Wie die Financial Times am 30. April berichtete, hat Israel eine Version seiner 100-Kilowatt-Laserwaffe Iron Beam an die VAE geliefert. Die Systeme sollen Abu Dhabi dabei unterstützen, Hunderte von Raketen und Drohnen abzuwehren, die seit Beginn der US-Militärintervention Operation Epic Fury aus dem Iran abgefeuert wurden.

Laut einem regionalen Politiker unterstreicht diese Zusammenarbeit die Bedeutung der Freundschaft zwischen Israel und den VAE – ein Ergebnis der Abraham-Abkommen von 2020. Allerdings gibt es bisher kaum öffentlich zugängliche Daten zur Leistungsfähigkeit des Iron Beam im Einsatz.

Nur eine Woche später, am 7. Mai, meldete das Defence Blog, dass ein chinesisches Laserwaffensystem am Dubai International Airport gesichtet wurde. Das Fahrzeugmontierte System, vermutlich das Modell Guangjian-21A, wurde erstmals 2022 auf der Zhuhai Airshow präsentiert. Weder Peking noch Abu Dhabi haben bisher offiziell die Auslieferung oder den Einsatz bestätigt.

Die plötzliche Präsenz von Laserwaffen in den VAE ist jedoch kein Zufall. Die Regierung hat bereits in der Vergangenheit ihr Interesse an ausländischen Directed-Energy-Systemen bekundet – sowohl durch direkte Käufe als auch durch strategische Partnerschaften. Zudem treibt Abu Dhabi die Entwicklung eigener Forschungs- und Entwicklungsprogramme voran.

Doch damit nicht genug: Wie eine am 15. April veröffentlichte Benachrichtigung an den US-Kongress enthüllte, hat die UAE zusätzlich den Kauf von zehn Counter-Drohnen-Systemen (FS-LIDS) für 2,1 Milliarden US-Dollar beantragt. Diese Systeme sind speziell darauf ausgelegt, mit einem noch nicht benannten Laserwaffensystem zu interagieren, das Abu Dhabi über Direktkäufe erwirbt.

Drei Laserwaffen, zwei Blöcke, ein Kunde

Die VAE sind damit nur ein Beispiel für den globalen Wettlauf um gerichtete Energiewaffen. In einer zunehmend fragmentierten Weltordnung koexistieren Systeme rivalisierender Mächte nicht nur im gleichen Arsenal, sondern auch in denselben Einsatzgebieten.

Bereits im September 2025 schrieb ein Analyst von einem „Wendepunkt im Laserwaffen-Wettlauf“. In dieser Woche präsentierte China sein schiffgestütztes Laserwaffensystem LY-1 bei einer Militärparade in Peking. Die USA lieferten ihre ersten laserbewaffneten Infantry Squad Vehicles an die US-Armee aus. Frankreich bestellte einen neuen Laser-Demonstrator zur Drohnenabwehr, und Indien testete sein Integrated Air Defence Weapon System mit einer Directed-Energy-Komponente.

Die Schlussfolgerung damals: „Der Sieger des globalen Laserwaffen-Wettlaufs wird nicht durch technologische Überlegenheit entschieden, sondern durch den politischen Willen, diese Zukunftstechnologie Realität werden zu lassen.“

Ein globaler Trend mit langfristigen Folgen

Die jüngsten Entwicklungen in den VAE unterstreichen, dass dieser Wettlauf längst in eine neue Phase eingetreten ist: die industrielle Umsetzung. Die Integration von Laserwaffen in bestehende militärische Strukturen wirft jedoch neue Fragen auf – etwa nach der strategischen Doktrin, der logistischen Handhabung und den ethischen Implikationen dieser Technologie.

Eines ist jedoch klar: Gerichtete Energiewaffen werden die Kriegsführung der Zukunft nachhaltig prägen. Die Frage ist nicht mehr „ob“, sondern „wie schnell“ diese Systeme weltweit eingesetzt werden.