Der US-Nachrichtenmoderator Leland Vittert bleibt NewsNation treu – und lehnt damit ein Angebot von CBS News ab. Wie TheWrap exklusiv erfuhr, hat Vittert seinen Vertrag mit dem Sender verlängert. Damit setzt er seine Karriere bei NewsNation fort, obwohl CBS News-Chefredakteurin Bari Weiss reportedly Interesse an einer Zusammenarbeit mit ihm zeigte.
NewsNation als nationale Nachrichtenplattform im Aufwind
Vittert, der seit 2021 bei NewsNation arbeitet, begründet seine Entscheidung mit der wachsenden Bedeutung des Senders. NewsNation hat sich in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Akteur im US-Kabelnachrichtenmarkt entwickelt – insbesondere durch die Umstellung auf einen 24/7-Betrieb und gezielte Investitionen in seine Moderatoren. „NewsNation ist auf dem besten Weg, eine nationale Nachrichtenplattform zu werden, und ich möchte Teil dieses Wachstums sein“, erklärte Vittert gegenüber TheWrap.
Besonders überzeugt ihn die Reichweite des Senders: Die Muttergesellschaft Nexstar betreibt mehr als 200 lokale TV-Stationen in den USA. Diese Infrastruktur ermögliche es NewsNation, politische Debatten wie die bevorstehende Gouverneurswahl in Kalifornien bundesweit auszustrahlen. „Politiker müssen sich den Fragen der Wähler stellen – nicht nur in einseitigen Podcasts auftreten“, betonte Vittert.
Kalifornien als politischer Seismograph
Vitterts bevorstehende Moderation des Gouverneurs-Debats am Mittwoch unterstreicht seine zentrale Rolle im politischen Journalismus. Die Debatte findet in San Francisco statt und wird von Moderatoren der Nexstar-Stationen KTLA (Los Angeles) und KTXL (Sacramento) geleitet. Sie wird auf allen kalifornischen NewsNation-Stationen sowie national ausgestrahlt.
Der Anlass ist brisant: Der ursprüngliche Favorit der Vorwahl, Rep. Eric Swalwell (D-CA), war nach Vorwürfen sexueller Belästigung aus dem Rennen ausgeschieden. Vittert will im Vorfeld mit Wählern sprechen und Themen wie Kriminalität in den Städten oder die hohen Benzinpreise in Kalifornien diskutieren. „Kalifornien zeigt, wohin sich das Land und die Demokratische Partei insgesamt entwickeln“, sagte er. „Der Bundesstaat ist wie ein politisches Labor für demokratische Politik.“
„Menschen – besonders gewählte Amtsträger – müssen sich fairen, aber auch harten Fragen stellen. Viele kommen mit ihren Talking Points und erwarten, dass sie ungehindert ihre Botschaften verbreiten können. Das lasse ich nicht zu.“
— Leland Vittert, NewsNation-Moderator
Kritik an Vitterts Interviewstil
Nicht alle teilen Vitterts Ansatz. Die demokratische Abgeordnete Melanie Stansbury (D-NM) warf ihm in einem X-Post (ehemals Twitter) vor, in einem Interview zu Jeffrey Epstein und den damit verbundenen Regierungsdokumenten Survivors nicht ausreichend unterstützt zu haben. Vittert hatte sie gefragt, warum sie Präsident Donald Trump für die „Epstein-Affäre“ zur Rechenschaft ziehen wolle, ohne konkrete Beweise zu nennen.
Vittert verteidigt seinen Stil: „Ich respektiere die Intelligenz meines Publikums. Gewählte Vertreter dürfen nicht ungestraft mit leeren Floskeln durchkommen.“ Sein Ziel sei es, beide Seiten des politischen Spektrums gleichermaßen zu hinterfragen – ein Ansatz, der NewsNation in den letzten Jahren erfolgreich gemacht habe.
Ausblick: Mehr Debatten und wachsender Einfluss
Mit der Vertragsverlängerung festigt Vittert seine Position als einer der prägenden Moderatoren von NewsNation. Der Sender plant, seine Rolle bei politischen Debatten weiter auszubauen – insbesondere im Vorfeld der Midterm-Wahlen 2024. „Die Menschen verdienen Transparenz. Wenn Politiker vor der Kamera stehen, müssen sie sich den Fragen stellen“, so Vittert.