Augusta, Maine – Gouverneurin Janet Mills (Demokraten) hat ihre Kandidatur für den US-Senat in Maine mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Die Entscheidung begründete sie am Donnerstag mit fehlenden finanziellen Mitteln für einen erfolgreichen Wahlkampf.

Mills galt lange als Favoritin der demokratischen Parteiführung, um die Nachfolge der seit 1997 amtierenden Senatorin Susan Collins (Republikaner) anzutreten. Doch in den Umfragen lag sie deutlich hinter dem progressiven Kandidaten Graham Platner zurück.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Mills, trotz ihres Engagements und ihrer Erfahrung fehle ihr das entscheidende Kapital: »Ich habe den Willen, die Leidenschaft und den Kampfgeist, weiterzumachen. Doch ohne die notwendigen finanziellen Ressourcen ist ein erfolgreicher Wahlkampf heute unmöglich.«

Ihr spätes Antreten im vergangenen Jahr erschwerte Mills‘ Fundraising-Aktivitäten und warf Fragen nach ihrem Rückhalt in Maine auf. Bis März 2026 hatte sie lediglich 2,7 Millionen US-Dollar eingesammelt – eine Summe, die für eine etablierte Kandidatin mit Parteibacking deutlich zu niedrig ausfiel. Platner sammelte im gleichen Zeitraum 4,6 Millionen US-Dollar ein.

Der Rückzug von Mills stellt einen herben Rückschlag für die nationale Demokratische Partei dar. Er unterstreicht nicht nur ihre schwindende Popularität in Maine, sondern auch den Vertrauensverlust in die etablierte Parteiführung. Seit fast zwei Jahrzehnten bestimmt der demokratische Senatsführer Chuck Schumer maßgeblich die Kandidatenauswahl seiner Partei – ein Einfluss, der zunehmend bröckelt. Auch in anderen Bundesstaaten wie Iowa, Michigan und Minnesota gibt es Widerstand gegen seine bevorzugten Kandidaten.

Der Wettbewerb um den Senatssitz in Maine wirft zudem eine grundsätzliche Debatte über das Alter von Politikern auf. Platner, ein 41-jähriger Ex-Marine und Austernzüchter, steht für eine jüngere Generation. Mills, die Maine seit den 1980er-Jahren politisch vertritt, ist 78 Jahre alt.