Die Wirtschaft der 2020er-Jahre ist alles andere als vorhersehbar. Einerseits prägen Krisen und Unsicherheiten den Alltag, andererseits locken immer wieder vermeintlich einfache Wege, um schnell reich zu werden. Kryptowährungen, Glücksspiel oder Börsenspekulationen versprechen hohe Gewinne – doch das Risiko, alles zu verlieren, ist groß. Doch jetzt gibt es eine ungewöhnliche, aber funktionierende Methode, um mit Oldtimern Geld zu verdienen: die Umrüstung eines Ferrari 599 von Schaltpaddeln auf ein manuelles Getriebe.

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie lukrativ – und gleichzeitig komplex – dieser Weg sein kann. Ein 2010er Ferrari 599 GTB Fiorano wurde im September 2023 für 257.500 US-Dollar auf Bring a Trailer verkauft. Anschließend ließ der neue Besitzer das Auto in einer Werkstatt in Texas auf ein manuelles Sechsganggetriebe umrüsten. Nach nur wenigen Monaten und etwa 800 gefahrenen Meilen wurde der Wagen für 328.500 US-Dollar weiterverkauft – deutlich über dem Wert eines top erhaltenen Originalfahrzeugs.

Auf den ersten Blick scheint das ein einfacher Weg zu sein, um mit einem Oldtimer Geld zu verdienen. Doch die Realität ist komplizierter.

Warum der Ferrari 599 mit Schaltgetriebe so selten ist

Der Ferrari 599 GTB Fiorano debütierte 2006 auf dem Genfer Autosalon und ersetzte den 575M Maranello als Frontmotor-V12-Gran-Turismo. Mit 612 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h war der 599 ein Hochleistungsfahrzeug. Besonders begehrt war die „HGTE“-Option (Handling Gran Turismo Evoluzione), die eine sportlichere Fahrwerksabstimmung, tiefergelegte Karosserie, verbesserte Reifen und 20-Zoll-Räder sowie schnellere Schaltzeiten der F1-SuperFast-Automatik umfasste.

Doch während heute manuelle Getriebe bei Sammlern hoch im Kurs stehen, war das in den 2000er-Jahren anders. Damals bevorzugten die meisten Käufer die bequemen Schaltpaddel – besonders beim 599. Von den rund 4.000 gebauten Exemplaren verließen nur etwa 30 Stück das Werk mit einem klassischen Schaltgetriebe. Die Nachfrage war so gering, dass Ferrari die manuelle Option schließlich komplett strich. Der 599 blieb damit das letzte V12-Modell von Ferrari mit Kupplungspedal.

Der Trend zum manuellen Getriebe: Ein teures Upgrade

Heute hat sich die Situation umgekehrt: Manuelle Ferraris der 2000er-Jahre sind bei Sammlern begehrter denn je. Ein 599 mit Schaltgetriebe erzielt einen deutlich höheren Preis als ein baugleiches Modell mit Automatik. Diese Nachfrage hat einige Besitzer dazu bewogen, ihre Paddel-Schaltungen in manuelle Getriebe umbauen zu lassen. Doch der Prozess ist aufwendig und kostspielig.

Die Umrüstung eines Ferrari 599 auf ein manuelles Getriebe erfordert nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die Beschaffung seltener Ersatzteile. Zudem muss das Fahrzeug nach der Umrüstung neu zugelassen und versichert werden. Selbst kleine Fehler können den Wert des Autos mindern oder sogar irreparable Schäden verursachen. Wer hier spart, riskiert, dass der vermeintliche Gewinn schnell zum Verlust wird.

Lohnt sich die Investition? Ein Beispiel aus der Praxis

Der oben erwähnte 2010er Ferrari 599 mit HGTE-Paket, Scuderia-Abzeichen und Sonderausstattung wurde für 838 US-Dollar mit einem „Ferrari iPod“ ausgeliefert – eine damals exotische Option. Nach der manuellen Umrüstung stieg der Wert von 257.500 auf 328.500 US-Dollar. Doch dieser Gewinn ist nicht garantiert. Die tatsächliche Wertsteigerung hängt von Faktoren wie Zustand, Historie und Marktlage ab.

Experten warnen davor, solche Umbauten als sichere Geldquelle zu betrachten. Der Markt für klassische Ferraris ist volatil, und nicht jede Umrüstung führt zu einer Wertsteigerung. Zudem sind die Kosten für eine professionelle Umrüstung hoch – oft im fünfstelligen Bereich. Wer hier falsch kalkuliert, könnte am Ende draufzahlen.

„Eine manuelle Umrüstung ist kein Selbstläufer. Sie erfordert viel Fachwissen, Geduld und ein glückliches Händchen für den richtigen Zeitpunkt.“
– Experte für klassische Ferrari

Fazit: Ein riskantes, aber potenziell lohnendes Spiel

Die Umrüstung eines Ferrari 599 auf ein manuelles Getriebe kann sich auszahlen – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wer hier investiert, sollte nicht nur das technische Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für den Oldtimermarkt mitbringen. Wer dagegen auf schnelle Gewinne hofft, könnte schnell enttäuscht werden.

Eines ist sicher: Der Trend zu manuellen Ferraris wird anhalten. Doch ob sich der Aufwand lohnt, hängt von vielen Faktoren ab – und nicht zuletzt vom richtigen Timing.

Quelle: Hagerty