Bungie hat die Vorbereitungen für die zweite Saison seines Extraction-Shooters Marathon intensiviert. Doch trotz des bevorstehenden Starts in drei Wochen bleibt die Begeisterung bei vielen Spielern verhalten. Die neue Saison mit dem Namen „Nightfall“ soll frischen Wind in das Spiel bringen – doch bisher fehlt der entscheidende Impuls, um die Community zurückzugewinnen.

Besonders nach dem kürzlichen Progress-Wipe, der alle Inventare leert und den Fortschritt in Fraktionen zurücksetzt, hängt viel davon ab, ob die neue Saison überzeugende Inhalte bietet. Bisher wurden nur wenige Details bekannt: Neben einer neuen Runner Shell und einer Nachtvariante der Karte Dire Marsh („Night Marsh“) wird auch das neue System The Cradle angekündigt. Zudem sollen neue Waffen, Mods und Gegner hinzukommen. Eine vollständige Enthüllung der Saison-Inhalte ist für die Woche ab dem 25. Mai geplant. Doch selbst diese Ankündigungen wecken bisher kaum Vorfreude.

Die Skepsis ist verständlich: Viele Spieler, die Marathon bisher treu waren, haben nach dem Progress-Wipe das Interesse verloren. Auch der Autor des Artikels zählt zu den enttäuschten Nutzern. Nach wochenlanger Pause sieht er keinen Grund, zum Spiel zurückzukehren. Wenn selbst engagierte Spieler wie er nicht motiviert werden können, stellt sich die Frage, ob die zweite Saison ausreicht, um Marathon langfristig am Leben zu halten.

Dabei betont Sony, dass das Spiel weiterhin unterstützt werde – trotz unterdurchschnittlicher Verkaufszahlen und geringer Spielerzahlen. Lin Tao, CFO von Sony, verwies kürzlich auf positive Bewertungen: „Die Spielerresonanz auf Marathon ist stark. Auf Metacritic erreicht das Spiel 82 Punkte, und über 90 Prozent der Steam-Bewertungen sind positiv. Auch die Nutzerbindung bleibt auf hohem Niveau.“

Tao kündigte an, dass Sony und PlayStation weiterhin daran arbeiten werden, „die Performance des Spiels durch die Bindung engagierter Kernnutzer zu verbessern. Dazu gehören zusätzliche Inhalte, Verbesserungen im Gameplay und die Erweiterung der Spielerbasis.“

Die zweite Saison markiert den Beginn dieser Bemühungen. Doch ob sie ausreicht, um die Community zurückzugewinnen, bleibt fraglich. Der Autor hofft, dass er sich irrt – bisher sieht es jedoch nicht danach aus.