Die Edmonton Oilers galten lange als Team, das sich auf den Namen Connor McDavid verlassen konnte – und das könnte noch ein Jahrzehnt so bleiben. Der Spitzname „McJesus“ prägte die Diskussion, als er trotz seiner überragenden Leistungen nicht in der Lage war, den Stanley Cup gegen einen Trainer namens „Bob“ zu gewinnen. Doch hinter dem Spott steckte eine einfache Wahrheit: McDavid trägt seinen Beinamen zu Recht.
McDavid dominiert die Liga – doch die Playoffs bleiben ein Rätsel
Diese Saison unterstrich das einmal mehr: Mit 138 Punkten (48 Tore, 90 Vorlagen) führte er die Liga an. Noch beeindruckender war seine Konstanz – in nur 14 von 82 Spielen blieb er punktelos. Und in allen 14 verlor Edmonton. Wenn das nicht die Definition eines Most Valuable Player ist, was dann?
Doch dann kam der erste Playoff-Spieltag. Kein Punkt von McDavid in Spiel 1 gegen die Anaheim Ducks – und trotzdem verlor Edmonton nicht reflexartig. Stattdessen übernahm das Team überraschend eine 2:0-Führung, gab sie in der zweiten Periode innerhalb von 14 Minuten wieder ab und kämpfte sich schließlich zu einem 4:3-Sieg zurück. Ein Ergebnis, das gegen den „Lauf des Spiels“ sprach.
Erster Playoff-Sieg ohne McDavid seit einem Jahr
Es war der erste Sieg in den Playoffs ohne einen Punkt von McDavid seit Mai 2023, als die Oilers Vegas mit 1:0 in den Conference-Semifinals besiegten. Ein Sieg, der die Fans vor den Arenen auf den Bildschirmen ebenso überraschte wie die hartgesottenen Beobachter.
Leon Draisaitl, nach Verletzungen zurückgekehrt, glänzte mit einem Punkt – doch der eigentliche Star des Abends war das Team selbst. Eine Leistung, die Fragen aufwirft: Kann Edmonton auch ohne McDavids direkte Beteiligung gewinnen? Und was bedeutet das für die Zukunft der Playoffs, in denen das Team trotz individueller Klasse immer wieder an den Finalspielen scheitert?
„Es war ein Sieg, der gegen alle Logik sprach. Die Oilers haben gezeigt, dass sie mehr sind als nur ein One-Man-Show.“
– NHL-Analyst
Die Playoff-Fluch der Oilers: Zwischen Hoffnung und Enttäuschung
Die letzten Jahre waren für die Oilers geprägt von enttäuschenden Playoff-Auftritten. Trotz McDavids Genie und Draisaitls Klasse scheiterten sie zuletzt im Finale gegen Florida. Doch dieser Sieg gegen Anaheim könnte ein Wendepunkt sein – ein Zeichen, dass das Team reifer wird.
Ob dieser Erfolg eine Ausnahme bleibt oder der Beginn einer neuen Ära ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Oilers haben bewiesen, dass sie auch ohne den unbestrittenen Superstar gewinnen können. Eine wichtige Erkenntnis für die kommenden Duelle.