Die Tochter des verstorbenen Schauspielers Val Kilmer hat sich öffentlich für die Nutzung von KI-Technologie in einem neuen Film eingesetzt, in dem ihr Vater posthum eine Rolle übernimmt. Mercedes Kilmer äußerte sich am Mittwoch in der US-Talkshow „The Today Show“ zu den kontroversen Reaktionen auf die Verwendung von KI-generierten Darstellungen ihres Vaters in dem Independent-Film „As Deep as the Grave“.
Val Kilmer starb im April 2025 im Alter von 65 Jahren nach langjährigem Kampf gegen Kehlkopfkrebs. Ursprünglich war er 2020 für die Rolle in dem Film besetzt worden, konnte jedoch aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr mitwirken. Kilmer hatte bereits zuvor mit der KI-Stimmentechnologie Sonantic zusammengearbeitet, um seine Stimme für den kurzen Auftritt in „Top Gun: Maverick“ (2022) zu rekonstruieren.
KI als Chance und Herausforderung
Mercedes Kilmer erklärte, dass die Technologie zunächst als Lösung für die gesundheitlichen Einschränkungen ihres Vaters entwickelt wurde. Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein Projekt, das Kilmer als Möglichkeit sah, „einen Präzedenzfall zu schaffen“.
„Es begann als Weg, die Grenzen seiner Krankheit zu überwinden, doch dann wurde daraus etwas, das er wirklich als Chance betrachtete, einen Standard zu setzen.“
Sie betonte, dass die Reaktionen auf die KI-Nutzung gespalten seien: Einerseits gebe es Bedenken in der Branche, insbesondere bei jüngeren Schauspielern und Musikern, die KI als Bedrohung wahrnehmen. Andererseits sehen etabliertere Akteure darin eine Chance, die Rechte an ihrer geistigen Leistung zu schützen.
„Wir müssen uns dieser Technologie stellen – ob wir wollen oder nicht. Ignorieren ist keine Lösung. Es ist einfacher, Rechte proaktiv zu regeln, als später Konflikte zu lösen.“
Rechteklärung als Priorität
Die Erben von Val Kilmer haben dem Regisseur von „As Deep as the Grave“ die Nutzung von Stimme und Bild des Verstorbenen für den Film gestattet. Der Film, der ursprünglich 2020 gedreht werden sollte, hat bisher noch kein Veröffentlichungsdatum. Kilmer war vor allem für seine Rollen in „Tombstone“, „Top Gun“, „Batman Forever“ und „Heat“ bekannt.
Mercedes Kilmer verwies darauf, dass die KI-Technologie nicht nur Risiken, sondern auch neue Möglichkeiten für die Unterhaltungsindustrie biete. Sie plädierte dafür, die Technologie nicht pauschal abzulehnen, sondern aktiv zu gestalten.