Meryl Streep verkörperte Miranda Priestly in „Der Teufel trägt Prada“ als eine der eiskaltesten und ikonischsten Filmfiguren aller Zeiten. Die dreifache Oscar-Preisträgerin bekannte sich damals zur Methode des Method Acting: Sie isolierte sich vom Cast, mied gemeinsame Pausen und wirkte oft distanziert.
Doch beim Sequel „Der Teufel trägt Prada 2“ scheint sich das geändert zu haben. Emily Blunt und Stanley Tucci verrieten in einem gemeinsamen Interview, dass Streep ihre strenge Methode abgelegt und stattdessen die Drehpausen mit Martinis und lockeren Gesprächen genossen habe.
„Meryl ist einfach jemand, mit dem man gerne einen Drink nimmt“, erklärte Blunt in dem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit Tucci. „Sie ist die beste Unterhalterin, die man sich vorstellen kann“, fügte Tucci hinzu. Blunt pflichtete bei: „Die beste Person, die man sich vorstellen kann.“
Das Thema kam auf, als Tucci nach den legendären Martini-Partys gefragt wurde, die er angeblich nach langen Drehtagen organisierte. „Das kam tatsächlich vor“, bestätigte Tucci. Blunt zeigte sich begeistert: „Du hast noch nie einen so glücklichen Make-up-Trailer erlebt, wenn Stanley Tucci auftaucht – denn dann gibt es garantiert einen Martini.“ Sie bezeichnete den Trailer sogar als ihren „Lieblingsort“ auf dem Set.
Tucci selbst bekannte: „Ich brauche nicht einmal den Film. Ein Set, auf dem man sich verkleidet, schminkt, plaudert und einen Drink nimmt – das reicht mir.“
Auf die Frage, ob Meryl Streep – die im ersten Teil bewusst auf solche sozialen Aktivitäten verzichtet hatte – auch beim Sequel dabei war, antwortete Tucci schmunzelnd: „Manchmal.“
„Wir haben ein paar Mal mit Meryl gefeiert!“, erzählte Blunt. „Beim ersten Film war sie noch sehr in ihrer Rolle gefangen. Doch diesmal schien sie die Methode satt zu haben. Ich glaube, sie kannte uns einfach zu gut.“
Diese Einschätzung deckt sich mit Streep selbst. In einer Oral History zum 15-jährigen Jubiläum des Films, die Entertainment Weekly 2021 veröffentlichte, gestand sie: „Es war schrecklich!“
„Ich saß in meinem Trailer und hörte, wie alle lachten und sich amüsierten. Ich war so deprimiert! Ich dachte nur: ‚Das ist der Preis für den Boss sein!‘ Das war das letzte Mal, dass ich Method Acting versucht habe!“
Offenbar hielt sie ihr Wort – dank Tucci und seinem Martini-Shaker. Die Dreharbeiten zum Sequel scheinen also nicht nur beruflich, sondern auch persönlich eine Bereicherung gewesen zu sein.