Sonderedition mit Trumps Gesicht – nur in Washington erhältlich

Das US-Außenministerium hat erste Entwürfe einer limitierten Pass-Sonderedition vorgestellt, die zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit erscheinen soll. Auffällig: Ein großes Porträt von Ex-Präsident Donald Trump prangt auf den Dokumenten. Laut einem Vorabbericht von Fox News umfasst das Design zwei spezielle Innenseiten – eine mit Trumps Konterfei, die andere mit einer Darstellung der Gründerväter bei der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung.

Ein Sprecher des Außenministeriums bestätigte gegenüber Fast Company, dass die Sonderedition ab Juli verfügbar sein soll. Jeder amerikanische Staatsbürger kann sie beantragen, solange der Vorrat reicht. Allerdings gibt es eine entscheidende Einschränkung: Die Passports werden ausschließlich in der Washington Passport Agency in der Hauptstadt ausgegeben. Die Zahl von 25.000 Exemplaren, die zunächst kolportiert wurde, bezeichnete das Ministerium als „Fake News“ und gab keine offizielle Produktionszahl bekannt. Fest steht jedoch: Die Verfügbarkeit bleibt extrem begrenzt.

Warum diese Passports überhaupt existieren

Die Frage drängt sich auf: Weshalb wurde diese Sonderedition überhaupt entworfen? Kritiker sehen darin einen gezielten PR-Coup Trumps, der seine Präsenz in staatlichen Institutionen weiter ausbauen will – trotz sinkender Umfragewerte. Andere vermuten eine Strategie der „Wut-Baiting“-Marketing, um mediale Aufmerksamkeit zu generieren, selbst wenn die Reaktionen überwiegend negativ ausfallen.

Was die Trump-Passports von Standarddokumenten unterscheidet

Die limitierte Edition weist drei wesentliche Änderungen gegenüber dem aktuellen Standardpass (seit 2021) auf:

  • Rückseite: Statt des blanken Covers zeigt die Sonderedition ein geprägtes goldenes Flaggenmotiv – inspiriert von der offiziellen Flagge der 13 Kolonien aus dem Jahr 1777. Im Zentrum der Flagge steht die Zahl „250“. Auf der Rückseite des Covers ersetzt ein Ausschnitt aus John Trumbulls Gemälde Unabhängigkeitserklärung (1818) die bisherige Abbildung der Voyager-Sonde, des Mondes und der Erde.
  • Innenrückseite: Die Zitatzeile der afroamerikanischen Autorin Anna Julia Cooper („United States of America“) entfällt. Stattdessen prangt der Name des Landes in einfacher Schrift.
  • Innenvorderseite: Hier wurde die bisherige Darstellung von Francis Scott Key – Urheber der Nationalhymne – durch ein zweites offizielles Porträt Trumps ersetzt. Das Bild, inspiriert von seinem Polizeifoto nach der Verurteilung, überlagert die Unabhängigkeitserklärung und ist mit Trumps goldener Unterschrift versehen.

Strategie oder Provokation?

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit setzt Trump verstärkt darauf, seinen Namen und sein Bildnis in staatlichen Kontexten zu verankern. Diese Taktik verfolgt zwei Ziele: Zum einen festigt sie seinen persönlichen Marktwert innerhalb der Bundesregierung – trotz sinkender Popularität. Zum anderen könnte sie als gezielte Provokation dienen, um mediale Aufmerksamkeit zu generieren, selbst wenn die Resonanz überwiegend ablehnend ausfällt.

„Diese Passports sind ein weiteres Beispiel dafür, wie Trump staatliche Symbole für persönliche Zwecke instrumentalisiert.“
– Expertenkommentar

Kontroverse um Verfügbarkeit und Design

Die extrem begrenzte Auflage von vermutlich nur 25.000 Exemplaren wirft Fragen nach der Sinnhaftigkeit auf. Kritiker werfen dem Außenministerium vor, mit der Sonderedition gezielt politische Lager zu spalten. Befürworter sehen darin eine legitime Form der Erinnerungskultur – allerdings mit starkem Fokus auf eine einzelne Persönlichkeit.

Ungeachtet der Debatte bleibt eines sicher: Die Trump-Passports werden für Diskussionen sorgen – ob als Symbol staatlicher Vereinnahmung oder als umstrittenes Marketinginstrument.