SANTA FE, New Mexico — Der Kampf gegen Meta um den Schutz von Kindern vor Online-Gefahren nimmt eine dramatische Wendung. Nach einem historischen Urteil über 375 Millionen US-Dollar im Frühjahr steht das Unternehmen nun vor einer noch entscheidenderen Phase: Ab Montag beginnt vor einem Gericht in Santa Fe ein dreiwöchiger Prozess, in dem es um die Frage geht, ob Meta grundlegende Änderungen an seinen Plattformen vornehmen muss.

Angeklagt wird Meta vom Attorney General des Bundesstaates New Mexico, Raúl Torrez. Dessen Anwälte fordern vom Gericht, Meta per einstweiliger Verfügung zu verpflichten, altersverifizierte Konten für Nutzer in New Mexico einzuführen. Zudem soll das Unternehmen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für unter 18-Jährige abschalten und deren Nutzungsdauer auf maximal 90 Minuten pro Tag begrenzen.

Die Forderungen zielen darauf ab, die Sicherheit von Kindern auf den Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp zu erhöhen. Sollte das Gericht den Anträgen stattgeben, könnte dies nicht nur Meta in den USA treffen, sondern auch internationale Auswirkungen haben. Experten sehen darin einen Präzedenzfall, der weltweit ähnliche Klagen nach sich ziehen könnte.

Warum dieser Fall so brisant ist

  • Historische Summe: Die 375 Millionen US-Dollar aus dem ersten Urteil waren die höchste jemals gegen ein Tech-Unternehmen verhängte Strafe in einem Kinderschutzfall.
  • Globale Signalwirkung: Ein Urteil zugunsten von New Mexico könnte andere Bundesstaaten und Länder ermutigen, ähnliche Schritte einzuleiten.
  • Technische Konsequenzen: Die geforderten Maßnahmen wie Altersverifikation und Nutzungsbeschränkungen würden Metas Geschäftsmodell grundlegend verändern.

Meta hat bereits angekündigt, sich gegen die Forderungen zu wehren. Das Unternehmen argumentiert, dass viele der vorgeschlagenen Maßnahmen technisch nicht umsetzbar seien oder die Privatsphäre der Nutzer gefährden würden. Dennoch könnte ein Urteil gegen Meta weitreichende Folgen haben – nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Social-Media-Branche.

„Dieser Fall ist ein Weckruf für die Tech-Industrie. Wenn Meta hier verliert, wird das Signal sein, dass Regulierungsbehörden weltweit ähnliche Schritte einleiten.“
Digitalrechtsexperte

Was auf dem Spiel steht

Sollte das Gericht die Auflagen beschließen, müsste Meta innerhalb kürzester Zeit weitreichende technische und organisatorische Änderungen umsetzen. Dazu gehören:

  • Einführung eines Altersverifizierungssystems für Nutzer in New Mexico
  • Abschaffung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Minderjährige
  • Implementierung von Nutzungslimits für unter 18-Jährige
  • Erweiterte Melde- und Überwachungsmechanismen für kinderschädigende Inhalte

Die Kosten für diese Maßnahmen könnten in die Milliarden gehen – deutlich mehr als die bereits verhängte Strafe. Zudem würde Meta unter massivem Druck stehen, ähnliche Systeme auch in anderen Ländern einzuführen, um weitere Klagen zu vermeiden.

Die kommenden drei Wochen werden zeigen, ob Meta einer historischen Niederlage entgeht oder ob das Unternehmen vor einer globalen Regulierungswelle steht.

Quelle: The Verge