Der Film „Michael“, eine Hommage an den Popstar Michael Jackson, hat mit einem weltweiten Einspielergebnis von 217 Millionen Dollar alle Rekorde für Musik-Biopics gebrochen. Regie führte Antoine Fuqua, produziert wurde der Film von Lionsgate und Universal. Mit 97 Millionen Dollar allein in den USA und einem globalen Startwochenende, das alle bisherigen Biopics in den Schatten stellt, setzt der Film neue Maßstäbe.
Die bisherigen Rekordhalter waren „Oppenheimer“ (174 Millionen Dollar) und „American Sniper“ (90,1 Millionen Dollar). Doch der Vergleich mit „Bohemian Rhapsody“ liegt nahe: Auch dieser Film, der Freddie Mercurys Leben und Musikkarriere in den Vordergrund stellte, wurde von Kritikern verrissen, war aber ein weltweiter Kassenschlager mit über 910 Millionen Dollar Einspielergebnis und vier Oscars.
Kritik vs. Publikum: Zwei Welten
Während Filmkritiker den Film „Michael“ überwiegend negativ bewerteten, feierten die Zuschauer ihn. Auf CinemaScore erhielt der Film ein „A-“, auf Rotten Tomatoes bewerteten ihn 97 Prozent der Zuschauer positiv, und PostTrak verzeichnete eine Zustimmungsrate von 90 Prozent. Besonders gelobt wurde die Darstellung von Jaafar Jackson, der seinen Onkel Michael verkörpert.
Doch die Produktion war von Kontroversen geprägt. Nachträgliche Änderungen waren nötig, nachdem die Jackson-Familie eine Klausel aus einem Vergleich aus dem Jahr 1993 geltend machte. Diese verbot jede Erwähnung des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs aus dem Jahr 1993. Szenen, die diesen Fall thematisierten, mussten entfernt werden – ein schwerer Einschnitt für die ursprüngliche Handlung.
Was Fans wirklich wollen: Hits statt Tiefe
Die Erfolgsformel für Musik-Biopics scheint klar zu sein: „Spielt die Hits!“ Der Film nutzt fast das gesamte musikalische Werk von Michael Jackson, was bei Fans zu frenetischen Reaktionen führte. Videos auf TikTok und YouTube zeigen Zuschauer, die vor den Leinwänden mitsingen und tanzen. Trotz der anhaltenden Kontroversen um Jacksons Vermächtnis zeigt sich: Die Fans sind zahlreicher und engagierter als bei jedem anderen Musiker, der bisher eine Filmbiografie erhalten hat.
Der Erfolg von „Michael“ unterstreicht eine zentrale Erkenntnis: Während Kritiker oft nach Tiefe und Authentizität verlangen, entscheiden sich die Zuschauer für Unterhaltung und Nostalgie. Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Kritiker und den Wünschen des Publikums könnte künftige Filmemacher vor neue Herausforderungen stellen.