Ein 75-jähriger US-Millionär und Jäger ist in Gabun ums Leben gekommen, nachdem er von einer Elefantenherde angegriffen und zu Boden getrampelt wurde. Ernie Dosio, Besitzer eines Weinguts in Kalifornien, hatte sich auf die Jagd nach einem Gelbrückenducker begeben – einer als "potenziell gefährdet" eingestuften Antilopenart. Doch statt des Tieres wurden er und sein Guide von fünf Elefanten angegriffen, die durch die plötzliche Begegnung in Panik gerieten.

Der Vorfall löste in sozialen Medien eine Welle der Schadenfreude aus. Ein Nutzer kommentierte etwa: "Oh je, wie traurig. Hoffentlich haben sich die Elefanten nicht die Füße verletzt."

Doch hinter der zynischen Reaktion verbirgt sich ein komplexer Hintergrund. Ein ehemaliger Berufsjäger aus Kapstadt, der Dosio kannte, betonte gegenüber dem Daily Mail, dass dieser ein "angesehener und beliebter Jäger in den USA und Afrika" gewesen sei. Zudem habe Dosio zahlreiche Naturschutzprojekte unterstützt und sei als engagierter Tierschützer bekannt gewesen.

Ein weiterer, anonym bleibender Jäger erklärte: "Auch wenn Trophäenjagd umstritten ist, waren alle Jagden Dosios streng lizenziert und legal. Sie dienten der Regulierung von Wildbeständen im Rahmen des Artenschutzes."

Trophäenjagd: Fluch oder Segen für den Artenschutz?

Die Praxis der Trophäenjagd, bei der Jäger für das Erlegen seltener Tiere bezahlen, bleibt hochumstritten. Laut The Guardian werden jährlich Zehntausende Wildtiere – darunter auch stark bedrohte Arten – im Rahmen dieser Industrie getötet. Kritiker werfen den meist wohlhabenden, weißen Jägern vor, dass es sich dabei weniger um Artenschutz handelt, sondern vielmehr um ein Relikt kolonialer Strukturen.

Die Folgen für die Tierwelt sind dramatisch: Durch Lebensraumzerstörung und den Klimawandel sind die Bestände wildlebender Tiere zwischen 1970 und 2020 um erschreckende 73 Prozent geschrumpft, wie der World Wildlife Fund berichtet. Gleichzeitig profitieren kriminelle Netzwerke vom illegalen Handel mit Elfenbein, Hörnern und anderen Tierteilen, die auf dem Schwarzmarkt hohe Preise erzielen.

Ein trauriges Ende für einen umstrittenen Jäger

Dosios Tod wirft erneut grundsätzliche Fragen auf: Kann die Trophäenjagd tatsächlich zum Artenschutz beitragen, oder beschleunigt sie das Aussterben bedrohter Arten? Während einige argumentieren, dass kontrollierte Jagden die Populationen regulieren und Einnahmen für Naturschutzprojekte generieren, sehen andere darin eine grausame und unethische Praxis.

Eines ist sicher: Der Vorfall in Gabun zeigt einmal mehr, wie gefährlich die Jagd auf Großwild sein kann – nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Jäger selbst.

Quelle: Futurism