Ed Boon und John Tobias’ ursprüngliches Mortal Kombat-Computerspiel war ein Meilenstein des interaktiven Genres. Es revolutionierte die Arcade-Kampfspiele mit realistischer Grafik und extremer Gewalt – und wurde gleichzeitig zum Symbol für die Debatte über gewaltverherrlichende Inhalte in Videospielen. Doch mit den Jahren verlor die Serie ihren revolutionären Charakter. CGI-Avatare ersetzten die pixelige Ästhetik, und die brutalen Kämpfe wirkten zunehmend austauschbar.

Doch der Mythos von Mortal Kombat blieb bestehen. Die beiden bisherigen Filme unter der Regie von Simon McQuoid nehmen sich selbst so ernst, als wären sie hochbudgetierte Prestige-TV-Produktionen. Jede noch so kleine Verfehlung wird zur dramatischen Tragödie stilisiert – selbst die Enttäuschung über ein vergessliches Geburtstagsgeschenk des Sicherheitsdienstes. Mortal Kombat II setzt diesen übertrieben pathetischen Ton fort, benötigt aber nun zwei Han-Solo-ähnliche Figuren, um die überladene Inszenierung mit Humor zu entschärfen.

Ein interdimensioneller Kampf um die Weltherrschaft

Die Handlung von Mortal Kombat II dreht sich um ein Turnier zwischen der Erde und der finsteren Outworld. Sollte Outworld zu viele Kämpfe in Folge gewinnen, darf es die Erde erobern. Die Protagonisten der Erde – Liu Kang (Ludi Lin), Sonya Blade (Jessica McNamee), Jax (Mehcad Brooks) und Cole Young (Lewis Tan) – benötigen dringend Verstärkung. Ihre Wahl fällt auf den ehemaligen Actionstar Johnny Cage (Karl Urban), der sich plötzlich in einer existenziellen Bedrohung wiederfindet: Er soll nicht nur für die Rettung der Welt kämpfen, sondern auch für seine eigene Würde.

Die Handlung erinnert an Galaxy Quest, wenn auch mit deutlich mehr Blut und asiatischem Schwertkampf-Flair. Doch während der erste Film noch mit magischen Tattoos und übertriebenen Machtkämpfen arbeitete, verzichtet die Fortsetzung auf solche Auswüchse. Stattdessen setzt sie auf eine Mischung aus Selbstparodie und ernsthaften Kämpfen – ein Balanceakt, der überraschend gut gelingt.

Karl Urban als Johnny Cage: Der Retter des Franchise

Karl Urban verkörpert Johnny Cage mit der perfekten Mischung aus Arroganz, Selbstzweifeln und wachsender Reife. Der Charakter beginnt als egozentrischer Actionheld, der sich zunächst weigert, Verantwortung zu übernehmen. Doch im Laufe des Films entwickelt er sich zum ernsthaften Kämpfer – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Notwendigkeit. Urbans Darstellung ist dabei weder übertrieben ironisch noch distanziert, sondern authentisch und unterhaltsam. Er gibt der Figur eine Tiefe, die dem Rest des Films oft fehlt.

Die anderen Charaktere bleiben dagegen eher blass. Ihre Entwicklung wirkt oft gezwungen, und ihre Dialoge wirken wie aus einem schlechten Martial-Arts-Film kopiert. Doch dank Urbans Präsenz und einigen gelungenen Actionszenen überzeugt Mortal Kombat II als unterhaltsamer, wenn auch überladener Actionfilm.

Fazit: Blut, Schweiß und Selbstironie

Mortal Kombat II ist kein Meisterwerk, aber ein unterhaltsamer Actionfilm mit viel Gewalt, Selbstparodie und einer Prise Charme. Karl Urban rettet den Sequel mit seiner charismatischen Darstellung des Johnny Cage. Wer auf übertriebene Inszenierung und blutige Kämpfe steht, wird auf seine Kosten kommen – auch wenn der Film nicht immer ernst genommen werden will.

Quelle: The Wrap