Ein Mobilfunkanbieter ohne Pornografie, LGBT-Inhalte und Sexualkundeunterricht – das verspricht Radiant Mobile, ein neuer Mobilfunkanbieter, der Anfang Mai an den Start ging. Doch anders als staatliche Zensurmaßnahmen setzt das Unternehmen auf freiwillige Filtertechnologie und den freien Markt.
Radiant Mobile ist ein sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO), der keine eigenen Funkmasten betreibt, sondern Bandbreite von großen Anbietern wie T-Mobile kauft. Das Besondere: Das Netzwerk blockiert auf Netzwerkebene bestimmte Inhalte, die selbst erwachsene Nutzer nicht deaktivieren können. Eine Premiere in den USA.
Laut Paul Fisher, Gründer von Radiant Mobile, soll das Netzwerk eine „Jesus-zentrierte“ Umgebung schaffen, „frei von Pornografie, LGBT-Inhalten und Transgender-Themen“. Die Filtertechnologie stammt vom israelischen Cybersecurity-Unternehmen Allot, das digitale Inhalte in Kategorien einteilt.
Während Pornografie komplett blockiert wird, lässt sich ein allgemeinerer Filter für sexuelle Inhalte – der auch Themen wie Sexualkunde, Homosexualität und Transgender umfasst – von erwachsenen Nutzern optional deaktivieren. Standardmäßig ist er jedoch aktiviert. Zusätzlich blockiert Radiant Mobile Inhalte zu Rassismus, Extremismus, Selbstverletzung, Satanismus und Gewalt.
Die Filterung erfolgt auf Netzwerkebene, nicht auf Geräteebene. Das erschwert es Nutzern, die Sperren mit VPNs oder speziellen Apps zu umgehen. David Choffnes, Professor an der Northeastern University, kritisiert jedoch den Ansatz: „Das Internet ist voller toxischer Inhalte, aber ein solch radikaler Filter ist keine Lösung.“
Radiant Mobile positioniert sich als Alternative für Eltern und Nutzer, die bewusst auf bestimmte Inhalte verzichten möchten – ohne staatliche Eingriffe. Ob sich das Modell durchsetzt, bleibt abzuwarten. Ähnliche Ansätze gab es bereits, etwa Trump Mobile oder CREDOMobile, die jedoch andere Zielgruppen ansprachen.