Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ein weiteres Selbsttestkit für die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge zu Hause zugelassen. Der Onclarity HPV Self-Collection Kit des Unternehmens Waters Corporation soll den Zugang zu Früherkennungsuntersuchungen deutlich erweitern und wird voraussichtlich in den kommenden Monaten verfügbar sein.

Neuer Meilenstein in der Krebsvorsorge

Der Onclarity-Test erkennt alle hochriskanten, krebsauslösenden HPV-Genotypen und gilt als umfassendes Screening-Instrument. Wie Waters Corporation in einer Pressemitteilung vom 8. April mitteilte, soll der Test die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs verbessern und damit Leben retten.

„Der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen ist einer der wichtigsten Schritte zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs. Selbsttests für HPV zu Hause sind ein echter Game-Changer, da sie die Durchführung der Untersuchung deutlich erleichtern.“
Jeff Andrews, MD, Vice President of Medical Affairs, Waters Advanced Diagnostics

Der Test wird voraussichtlich von privaten Krankenversicherungen, Medicaid und Medicare übernommen. Damit steht eine weitere zuverlässige Option für die Früherkennung zur Verfügung.

Gebärmutterhalskrebs: Eine vermeidbare Krankheit

Gebärmutterhalskrebs gilt als eine der am besten vermeidbaren Krebsarten, sofern regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Etwa 90 % aller Fälle werden durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht. Dennoch erhalten rund 60 % der Betroffenen keine ausreichende Vorsorge, oft aufgrund von Zugangsbarrieren oder psychologischen Hemmnissen.

Die US-Gesundheitsbehörden haben die Bedeutung der Selbsttests bereits erkannt: Die Health Resources Services Administration (HRSA) und die U.S. Preventive Services Task Force (UPSTF) empfehlen Selbstabstrich-Tests für HPV ab dem 30. Lebensjahr. Seit Mai 2025 ist mit dem Teal Wand bereits ein erster zugelassener HPV-Selbsttest auf dem Markt.

Vorteile der Selbsttests

Selbsttests für HPV zu Hause bieten mehrere Vorteile:

  • Bessere Zugänglichkeit: Keine Wartezeiten auf Termine oder lange Anfahrtswege zu Arztpraxen.
  • Mehr Komfort: Keine unangenehmen Untersuchungen wie bei Pap-Abstrichen.
  • Frühere Erkennung: Höhere Teilnahmequote an Vorsorgeuntersuchungen, besonders bei Risikogruppen.
  • Zielgruppengerechte Versorgung: Besonders Frauen mit erhöhtem Risiko, darunter schwarze und hispanische Frauen, profitieren von der einfacheren Testmöglichkeit.

Wie funktioniert der HPV-Selbsttest?

Der Onclarity-Test wird per Rezept erhältlich sein. Nach Erhalt des Testkits entnimmt die Patientin selbstständig eine Probe, die anschließend im Labor analysiert wird. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb weniger Tage vor und können mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Experten betonen, dass Selbsttests eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Vorsorgeangeboten darstellen. Sie können helfen, die Zahl der unterlassenen Untersuchungen zu reduzieren und damit die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zu verbessern.

Ausblick: Mehr Tests, mehr Schutz

Mit der Zulassung des Onclarity-Tests durch die FDA setzt sich der Trend zu mehr Selbsttests in der Krebsvorsorge fort. Weitere Hersteller arbeiten bereits an ähnlichen Lösungen, um den Zugang zu Früherkennungsuntersuchungen weiter zu vereinfachen.

Für Betroffene bedeutet dies mehr Wahlfreiheit und weniger Hürden bei der Inanspruchnahme lebensrettender Vorsorgeuntersuchungen.

Quelle: Healthline