New Jersey gibt Offshore-Wind-Projekte vorerst auf

Die New Jersey Board of Public Utilities hat am Mittwoch die 2021 geschlossene Vereinbarung mit der Netzgesellschaft PJM Interconnection gekündigt. Diese sah den Bau von Stromleitungen und Umspannwerken vor, um Energie aus geplanten Offshore-Windparks im Bundesstaat zu verteilen. Doch die Realisierung der Projekte ist gescheitert – unter anderem durch den Rückzug von Entwicklern und politische Blockaden der Trump-Administration.

Keine aktiven Großprojekte mehr in Sicht

In einem Schreiben an PJM begründete die Behörde die Kündigung damit, dass es keine identifizierbaren, großflächigen Offshore-Windprojekte mehr gebe, die die Infrastruktur innerhalb des ursprünglich geplanten Zeitrahmens nutzen könnten. Besonders betroffen sind Projekte von TotalEnergies, die nach einer Einigung mit der Trump-Regierung gestrichen wurden.

Umweltverbände fordern schnelle Lösung

„Wir können der Sherrill-Administration keinen Vorwurf für diese Entscheidung machen, aber dies darf nur ein vorübergehender Rückschlag sein.“
Robert Freudenberg, Regional Plan Association

Hintergründe: Warum die Infrastruktur scheiterte

Die geplante Larrabee Pre-Built Infrastructure sollte Offshore-Windparks im Atlantik mit dem landesweiten Stromnetz verbinden. Das Projekt basierte auf jahrelangen Studien zu Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Gegner der Windkraft sahen in der Blockade der Stromtrassen jedoch eine Strategie, um die gesamten Offshore-Wind-Pläne zu verzögern – und damit Kosten sowie Genehmigungsverfahren für alle Beteiligten zu erhöhen.

Einige Kritiker befürchteten zudem gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Strahlung der Leitungen. Ob die Infrastruktur dennoch gebaut wird, bleibt offen – insbesondere angesichts des steigenden Strombedarfs in New Jersey.

Mögliche Alternativen und zukünftige Pläne

Die Behörde verwies in ihrem Schreiben auf neue FERC-Richtlinien, die alternative Wege für den Stromtransport ermöglichen könnten. Diese „koordinierten Übertragungspfade“ könnten zukünftige Offshore-Windprojekte unterstützen, sofern sie realisiert werden. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus – und hängt maßgeblich von der Energiepolitik der US-Regierung ab.

Fazit: Offshore-Wind in New Jersey auf Eis gelegt

Die Kündigung der Infrastrukturvereinbarung markiert einen schweren Rückschlag für die Offshore-Wind-Pläne in New Jersey. Ob und wann die Projekte wieder aufgenommen werden, ist ungewiss. Die Entscheidung unterstreicht die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Windenergie in den USA – besonders unter einer Regierung, die erneuerbare Energien stark einschränkt.