Stand-up-Comedy-Specials folgen seit Jahrzehnten einem einfachen Muster: Ein*e Comedian steht auf der Bühne, ein paar Kameras nehmen die Performance auf. Doch Nikki Glasers neues Hulu-Projekt „Good Girl“ bricht mit dieser Tradition und setzt stattdessen auf eine aufwendige Inszenierung, die ihre wachsende Prominenz als Comedian und Moderatorin – darunter ihre Rolle als Gastgeberin der Golden Globes – widerspiegelt.

Die Idee entstand nicht über Nacht. Bereits bei ihrem HBO-Special „Someday You’ll Die“ (2024) arbeitete Glaser mit dem Produktionsunternehmen Done+Dusted zusammen. David Jammy, Executive Producer und Partner des Unternehmens, bezeichnete diese Zusammenarbeit als Wendepunkt: „Das war ihr Coming-out. Sie hat damit gesagt: Ich bin gut – und ich bin ein Star.“

Nur wenige Wochen vor der Veröffentlichung ihres HBO-Specials sorgte Glasers Auftritt bei „The Roast of Tom Brady“ für einen medialen Durchbruch. „Das hat sie in die Stratosphäre der Top-Comedians katapultiert“, so Jammy. „Plötzlich war sie überall.“

Mit „Good Girl“ nutzte das Team diese Dynamik und entwickelte ein Konzept, das über klassische Comedy-Produktionen hinausgeht. „Auf dem Papier ist ein Stand-up-Special simpel“, erklärt Jammy. „Aber was wäre, wenn wir es wie ein Pop-Konzert behandeln? Wenn wir es als visuelle Story erzählen – sowohl inhaltlich als auch ästhetisch?“

Für Glaser markierte diese Herangehensweise eine persönliche Entwicklung. „Die meisten Comedians sehen ein Special einfach als Plattform für ihre Witze“, sagt sie. „Die Verpackung? Das ist meist nebensächlich. Für faule Comedians macht das die Produktion einfacher. Aber nach der Zusammenarbeit mit Done+Dusted habe ich gemerkt, wie viel Potenzial ich bisher ungenutzt gelassen habe.“

Sie lobt Jammy und seinen Kollegen Chris Convy für den kreativen Impuls: „Sie waren das erste Team, das mir Fragen stellte wie: Was soll dieses Special aussagen? Warum ist dieser Moment anders als alle anderen? Sie haben mir gezeigt, dass ich nicht nur eine Clownin, sondern eine Künstlerin bin – und dass ich Außergewöhnliches verdiene.“

Um ihre Vision umzusetzen, holte Done+Dusted ein hochkarätiges Kreativteam an Bord. Die Szenenbildnerin Elina Billingsley – bekannt für ihre Arbeit an den Academy Awards – gestaltete einen dynamischen Bühnenhintergrund, der sich während Glasers Auftritt verändert. Zudem engagierte das Team Bobby Dickinson, den preisgekrönten Lichtdesigner hinter Events wie den Grammys und Tony Awards, um das Erlebnis sowohl für das Publikum vor Ort als auch für die Zuschauer*innen zu Hause zu intensivieren.

Der opulente Auftritt Glasers unterstreicht ihren Anspruch: Inspiriert von Arena-Touren wie denen von Beyoncé oder Taylor Swift betritt sie die Bühne zu einem eigens komponierten Song – ein spektakulärer Einstieg, der den Ton für das gesamte Special setzt. „Wir wollten Spaß haben mit dem Opening“, sagt Jammy. „Was wäre, wenn sie wie ein Popstar aus dem Boden auftaucht?“

Quelle: The Wrap