Nach einer Durststrecke ohne seine typischen Genre-Filme ist Renny Harlin zurück – und liefert mit "Deep Water" genau das, was Fans von ihm erwarten: einen blutigen, überdrehten Hai-Horror. Der Regisseur, bekannt für Filme wie A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master und Deep Blue Sea, kehrte nach den schwachen The Strangers-Reboots zurück zu seinen Wurzeln.

In "Deep Water" übernimmt Aaron Eckhart die Rolle eines Piloten, der mit Sir Ben Kingsley als Copilot ein Flugzeug voller skurriler Passagiere steuert. Darunter eine neu zusammengeschweißte Patchwork-Familie, zwei esports-begeisterte Liebende, deren Beziehung gegen die Regeln ihres Spiels verstößt, sowie mehrere eigenwillige Flugbegleiter. Selbst die Nebenfiguren haben markante Persönlichkeiten – doch ihr Schicksal ist von Anfang an besiegelt.

Harlin inszeniert den Absturz als makabren Final Destination-Abklatsch: Egal, wer die Passagiere sind oder was sie tun – das Universum (oder vielmehr der Regisseur) hat längst beschlossen, sie auf grausamste Weise sterben zu lassen. Einer der Passagiere, gespielt von Angus Sampson, verkörpert dabei den Inbegriff des widerlichen Antagonisten: egoistisch, faul und ohne jedes Mitgefühl. Sein Koffer gerät im Frachtraum in Brand und löst eine Kettenreaktion aus, die das Flugzeug zerstört.

Harlins Markenzeichen ist die übertriebene Gewalt: Trümmer fliegen nicht einfach durch die Luft, sie schlagen gezielt zu. Und davon gibt es reichlich. Als das Wrack auf ein Korallenriff stürzt und die Überlebenden in luftgefüllten Hohlräumen unter Wasser treiben, wird die Lage noch prekärer – denn nun warten hungrige Haie auf sie. Selbst die sympathischen Charaktere entkommen dem Gemetzel nicht. „Deep Water“ ist kein Film, an den man sich emotional bindet – hier geht es um pure, blutige Unterhaltung.

Sampson spielt seine Rolle so widerlich, dass er zum ungewollten Symbol für Amerikas globale Verantwortung wird. Als er schließlich verzweifelt „Ich bin Amerikaner!“ brüllt, um Priorität bei der Rettung zu erhalten, wirkt das wie eine sarkastische Anspielung auf die zerstörerische Kraft des Landes. „Deep Water“ mag kein tiefgründiger Film sein – aber er hasst Amerika für den Schaden, den es weltweit anrichtet.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem trashigen, aber unterhaltsamen Hai-Thriller ist, wird bei Harlins Rückkehr fündig. Wer jedoch auf Charaktertiefe oder logische Handlung hofft, sollte besser woanders suchen.

Quelle: The Wrap