Senatshearing deckt Kennedy’s Keimtheorie-Ablehnung auf
In einem Senatshearing am Mittwoch stellte Senator Bernie Sanders (I-Vt.) Robert F. Kennedy Jr. öffentlich zur Rede. Kennedy, als Gesundheitssekretär nominiert, lehnt die Keimtheorie ab – die wissenschaftlich unbestrittene Erkenntnis, dass bestimmte Krankheitserreger spezifische Krankheiten verursachen. Sanders konfrontierte ihn direkt mit dieser Haltung.
Nach Kennedys Verteidigung seiner umstrittenen Position überprüfte Senator Bill Cassidy dessen Argumente in Echtzeit und widerlegte sie. Diese Konfrontation ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Kennedys Ablehnung der Keimtheorie in einem hochkarätigen öffentlichen Rahmen thematisiert wurde – konkret im Senatsausschuss für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten.
Kennedys wissenschaftliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt
Kennedy, der weder in Wissenschaft, Medizin noch Public Health ausgebildet ist, gilt als prominenter Impfgegner und Verbreiter von Verschwörungstheorien. Seine Ablehnung eines Grundpfeilers der Biomedizin wurde jedoch bisher kaum thematisiert. Wie Ars Technica bereits 2023 berichtete, äußert Kennedy seine Ablehnung der Keimtheorie explizit in seinem 2021 erschienenen Buch „The Real Anthony Fauci“.
Darin bezeichnet er die Keimtheorie als „Werkzeug“ von Pharmakonzernen, Wissenschaftlern und Ärzten, um den Einsatz moderner Medizin zu rechtfertigen. Stattdessen propagiert Kennedy eine „Terraintheorie“ – eine längst widerlegte These, die besagt, dass Krankheiten nicht durch Keime, sondern durch Ungleichgewichte im Körperinneren entstehen. Diese Ungleichgewichte sollen durch schlechte Ernährung und Umweltgifte verursacht werden.
Hinweis: Kennedy verwechselt in seinem Buch die Terraintheorie mit der historischen „Miasma-Theorie“, die davon ausgeht, dass Krankheiten durch „schlechte Luft“ oder Dämpfe aus verrottender Materie entstehen. Während die Miasma-Theorie tatsächlich durch die Keimtheorie widerlegt wurde, wurde die Terraintheorie nie wissenschaftlich anerkannt.
Wissenschaft vs. Verschwörungstheorien
Die Auseinandersetzung im Senat zeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Fakten gegen pseudowissenschaftliche Behauptungen zu verteidigen. Kennedy, der seit Jahren mit falschen Impfbehauptungen und Verschwörungserzählungen auffällt, steht erneut in der Kritik. Seine Nominierung zum Gesundheitssekretär wirft Fragen nach seiner Eignung für das Amt auf.
Experten betonen, dass die Keimtheorie eine der fundamentalsten Erkenntnisse der Medizin ist. Ihre Ablehnung gefährdet nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern untergräbt auch das Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen.
„Die Keimtheorie ist kein Dogma, sondern eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Wer sie ablehnt, stellt sich gegen jahrhundertelange Forschung und gefährdet damit die Gesundheit der Bevölkerung.“
— Wissenschaftlicher Experte (anonym)
Fazit: Wissenschaftliche Fakten setzen sich durch
Das Senatshearing markiert einen wichtigen Moment, in dem Kennedys pseudowissenschaftliche Ansichten einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wurden. Während seine Anhänger seine Thesen weiterhin verbreiten, zeigen die Reaktionen im Senat, dass wissenschaftliche Fakten nicht verhandelbar sind. Die Debatte um Kennedy unterstreicht die Notwendigkeit, wissenschaftliche Bildung zu stärken und Desinformation aktiv entgegenzutreten.