Der Besuch von US-Außenminister Marco Rubio beim Papst in Rom hat die bestehenden Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan nicht entschärft – im Gegenteil. Rubio bezeichnete das Treffen mit Papst Leo XIV. zwar als „sehr positiv“, doch die Diskussionen drehten sich unter anderem um den Iran-Konflikt und die Position der USA.
Laut CNN-Angaben erklärte Rubio gegenüber Reportern: „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch.“ Dabei betonte er die von den USA wahrgenommene Gefahr, die vom Iran ausgehe. Wie CNN weiter berichtet, hatte US-Präsident Donald Trump Rubio zuvor angewiesen, dem Papst die iranische Bedrohung vor Augen zu führen – trotz der anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl.
Trump äußerte sich am Donnerstagabend in einer ungewöhnlichen Anweisung: „Sag dem Papst sehr höflich und respektvoll, dass der Iran keine Atomwaffen haben darf.“ Er fügte hinzu: „Sag ihm auch, dass der Iran 42.000 unbewaffnete, friedliche Demonstranten getötet hat.“
Der in Chicago geborene Papst hatte zuvor mit seinen Forderungen nach weltweiter Abrüstung die US-Regierung provoziert. Bereits im Januar hatte das Pentagon einem vatikanischen Botschafter mit Konsequenzen gedroht, nachdem Leo XIV. in seiner Rede zur Lage der Welt gegen Kriege Stellung bezogen hatte. Der Papst zeigte sich unbeeindruckt und betonte, er fürchte weder die Trump-Administration noch deren Reaktionen auf seine klare Botschaft des Evangeliums.
Doch die diplomatische Eiszeit zwischen Washington und dem Vatikan verschärfte sich weiter: Die US-Regierung hatte den Papst eingeladen, am 4. Juli – dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit – vor dem Kapitol zu sprechen. Der Vatikan lehnte jedoch ab.
Das Treffen zwischen Rubio und dem Papst endete mit einem symbolträchtigen Geschenkaustausch, der die bestehenden Differenzen offenlegte. Der Papst überreichte Rubio als Zeichen des Friedens einen Kugelschreiber aus Olivenholz – eine deutliche Anspielung auf die biblische „Olivenzweig“-Symbolik. Rubio revanchierte sich mit einem kleinen Kristall-Fußball und räumte ein, dass der Papst als bekennender Fan der Chicago White Sox eher ein „Baseball-Mann“ sei.
Der Vatikan veröffentlichte anschließend eine Stellungnahme, in der das Gespräch als „herzlich“ bezeichnet wurde. Allerdings hieß es darin auch: „Es folgte ein Austausch über die regionale und internationale Lage, insbesondere in Ländern mit Kriegen, politischen Spannungen und humanitären Krisen. Zudem wurde die Notwendigkeit betont, unermüdlich für den Frieden zu arbeiten.“